Praxis Dr. Hasenbein

Komödie | Deutschland 1996 | 97 Minuten

Regie: Helge Schneider

Filmgroteske von und mit Helge Schneider, in der der Komiker in die Rolle eines dubiosen Arztes in einer Kleinstadt schlüpft. Mit den Mitteln der Travestie, der Improvisation und der Verfremdung erzeugt er eine irreale Welt, die sich am Ende als Welt der Vergangenheit zu erkennen gibt und ebenso vergangene Kunstformen der Moderne aufgreift. Ein Experiment, das in seiner bewußt dilettantischen Machart die Geduld des Zuschauers herausfordert, ihn aber immerhin nicht für dumm verkauft. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
1996
Regie
Helge Schneider
Buch
Helge Schneider
Kamera
Serge Roman
Musik
Helge Schneider
Schnitt
Andrea Schumacher
Darsteller
Helge Schneider (Dr. Angelika Hasenbein) · Peter Berling (Peterchen) · Andreas Kunze (Tante Uschi) · Horst Mendroch (Zeitungsmann) · Bernhard "Zwiebel" Sondermann (Kalfaktor)
Länge
97 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Komödie

Diskussion
Seit dem Anfang seiner Filmkarriere hat Helge Schneider es denjenigen nicht leicht gemacht, die ihn von Bühnenshows her kannten. Schon in "Johnny Flash" (fd 26 675) bot er keineswegs die groteske Nummernrevue, die er sonst als "singende Herrentorte" zum besten gab - sondern, nimmt man den Film beim Wort, ein deprimierendes Bild von einem Leben in Armut irgendwo im Ruhrgebiet, das nur durch die Konsequenz, mit der die Häßlichkeit der Umgebung wie auch der Charaktere dargestellt wurde, eine gewisse, morbide Komik beinhaltete. Es folgten das als Westernparodie nur unzulänglich charakterisierte Werk "Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem" (fd 30 546), das Schneider schon selbst in den Mittelpunkt rückte, sowie "00 Schneider" (fd 31 134), ein Film, der entfernt an Klischees aus dem Kriminalfilmgenre denken ließ. Schneider geht es dabei immer besonders um die deutschen Ausformulierungen der Genres: "Doc Snyder" war vor den Karl-May-Kulissen im Sauerland entstanden, "00 Schneider" zitierte lieber den biederen deutschen Nachkriegskrimi als die angelsächsischen Vorbilder. Und nun, als jüngste Schandtat, nahm sich Helge Schneider den Arztfilm vor.

Als Dr. Angelika Hasenbe

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