Mit aller Macht

Drama | USA 1998 | 144 Minuten

Regie: Mike Nichols

Ein Gouverneur aus den Südstaaten bewirbt sich um die Nominierung seiner Partei für das höchste Amt in den USA. Der Film basiert auf einem Buch über den authentischen Wahlkampf von Präsident Bill Clinton im Jahr 1992 und liefert die satirische, gelegentlich nachdenkliche, insgesamt aber wenig substanzreiche Beschreibung eines volksnahen Karrieristen, dem behauptete Liebesaffären mehr Probleme bereiten als die Gegenkandidaten. In ihrer absichtsvollen Einengung auf das Vorbild Clinton stößt die Geschichte rasch an reale und geschmackliche Grenzen, legt sie doch eindeutig mehr Wert auf die sensationellen als auf die politischen Aspekte. Nur in den Nebenrollen gewinnt der Film einiges Profil und vermag einen Eindruck vom politischen Pragmatismus während des Wahlkampfs zu vermitteln. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
PRIMARY COLORS
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1998
Regie
Mike Nichols
Buch
Elaine May
Kamera
Michael Ballhaus
Musik
Ry Cooder
Schnitt
Arthur Schmidt
Darsteller
John Travolta (Gouverneur Jack Stanton) · Emma Thompson (Susan Stanton) · Billy Bob Thornton (Richard Jemmons) · Kathy Bates (Libby Holden) · Adrian Lester (Henry Burton)
Länge
144 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
Concorde (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
Vor- und Nachteil von Mike Nichols’ Film ist die Ausrichtung an einem lebenden Vorbild, nämlich am amtierenden US-Präsidenten Bill Clinton. Das sichert ihm einerseits die Neugier und Aufmerksamkeit des Publikums, unterwirft andererseits aber auch jede Szene dem leicht nachvollziehbaren Vergleich, und der fällt nur sehr begrenzt zugunsten des Films aus. Grundlage der Story ist ein Buch des früheren „Newsweek“-Kolumnisten Joe Klein, das Clintons ersten Wahlkampf um das Amt des Präsidenten (1992) beschreibt und dessen trickreiche Veröffentlichung unter dem Autorennamen Anonymous zum Bestsellerstatus des umstrittenen Reports erheblich beigetragen hat. Der Verfilmung kommt nun zugute, daß Vermutungen und Unterstellungen der Vorlage inzwischen von der Zeit eingeholt wurden. Spekulatives ist längst öffentlich geworden; behauptete menschliche Schwächen sind Gegenstand nicht nur der Schlagzeilen, sondern auch von Prozessen und amtlichen Untersuchungen. Wie schon Barry Levinsons „Wag the dog“ (fd 33 055) wächst „Mit aller Macht“ im Licht der Monica-Lewinsky-Affäre ein – wenn auch fader – Abglanz des Prophetischen zu. Im Film heißt der Südstaaten-Gouverneur Jack Stanton. Er begibt sich – zunächst noc

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