Drama | Dänemark 1997 | 105 Minuten

Regie: Thomas Vinterberg

In dem herrschaftlichen Landgasthof eines dänischen Hoteliers treffen sich dessen Familienangehörige, um seinen 60. Geburtstag zu feiern. Während des Gastmahls enthüllt der älteste Sohn, dass er und seine Schwester, die wenige Monate zuvor Selbstmord verübte, als Kinder vom Jubilar sexuell missbraucht wurden. Eine Familientragödie, inszeniert in einem schonungslosen Filmstil und einer betont undurchsichtigen Erzählstrategie: Durchgängig mit grobkörnigen, verwaschenen (Handkamera-)Aufnahmen gestaltet, erweist sich diese Ästhetik als brillanter Ausdruck einer verletzten Seele. Auch das präzise Drehbuch und die ausdrucksstarken Darsteller belegen die kreative Potenz des "Dogma '95"-Programms dänischer Nachwuchsregisseure (Weitere "Dogma"-Filme: "Die Idioten", "Mifune"). (O.m.d.U.) - Sehenswert.

Filmdaten

Originaltitel
FESTEN
Produktionsland
Dänemark
Produktionsjahr
1997
Regie
Thomas Vinterberg
Buch
Mogens Rukov · Thomas Vinterberg
Kamera
Anthony Dod Mantle
Musik
Morten Holm
Schnitt
Valdís Óskarsdóttir
Darsteller
Ulrich Thomsen (Christian) · Henning Moritzen (Helge) · Thomas Bo Larsen (Michael) · Paprika Steen (Helene) · Birthe Neumann (Elsa)
Länge
105 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert.
Genre
Drama

Heimkino

Die Standardausgabe hat keine erwähnenswerten Extras. Die Premium Edition (2 DVDs) überzeugt durch einen aufschlussreichen Audiokommentar von Regisseur Thomas Vinterberg, die drei Dokumentationen über die Dogma-Bewegung generell (29/12/12 Min.) sowie die drei Dokumentationen über den Film und seine Rezeption im Speziellen (24/29/10 Min.). Die Premium Edition ist mit dem Silberling 2006 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Kinowelt (FF, Mono dän./dt.)
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Diskussion
Ein heißer Sommertag in Dänemark, die Sonne flirrt über den Getreidefeldern. Aus der Ferne nähert sich ein Mann mit Koffer: Christian, blond, mit weichen Gesichtszügen, das Ohr am Handy. Abrupter Schnitt: Michael, blond, hypernervös, rast den hügeligen Weg entlang. Mit ihm Auto: seine Frau Mette und ihre drei Kinder. Heftige Streitereien. Das Fahrzeug schießt an dem Fußgänger vorbei, legt eine Vollbremsung hin. Unter wüsten Beschimpfungen werden Mette und die Kinder hinausgeschmissen, der Bruder zum Einsteigen gezwungen. Die Handkamera jagt, springt, reißt, daß es einem übel wird. Wie eine drückende Schwüle lastet etwas Unbestimmbares über dem herrschaftlichen Hotel, in dem bis zum frühen Nachmittag eine illustre Festgemeinde eintrifft, um den 60. Geburtstag des Familienpatriarchen Helge zu feiern. Aus Nebensätzen erfährt man, daß sich Christians Zwillingsschwester Linda wenige Monate zuvor hier das Leben genommen hat. Die Gäste beziehen ihre Räume, ru

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