Meine Heldin

- | Frankreich 1998 | 122 Minuten

Regie: Cédric Kahn

Ein junger Philosoph, dessen Frau sich soeben von ihm trennte, lernt eine 17-Jährige kennen, die sich ihm ohne Zögern hingibt. Seine Versuche, die für ihn rätselhafte Erscheinung an sich zu binden, führen dazu, dass sie sich immer weiter von ihm entfernt. Ein Film nach einem Roman von Alberto Moravia, der mit Hilfe einer "amour fou" gleichnishaft über Egoismus und das Unvermögen der Kommunikation zwischen sozialen Schichten philosophiert. Die Figuren agieren auf schwankendem Boden; viele Szenen wirken irritierend und treiben die Handlung in unerwartete Wendungen und Sackgassen. Ein ebenso intelligenter wie geheimnisvoller Film.

Filmdaten

Originaltitel
L' ENNUI
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
1998
Regie
Cédric Kahn
Buch
Cédric Kahn · Laurence Ferreira-Barbosa
Kamera
Pascal Marti
Schnitt
Yann Dedet
Darsteller
Charles Berling (Martin) · Sophie Guillemin (Cécilia) · Arielle Dombasle (Sophie) · Robert Kramer (Meyers) · Alice Grey (Mutter von Cécilia)
Länge
122 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Diskussion
Was ist das für eine junge Frau? Ein Teenager ohne moralische Skrupel? Eine Hure, die das Geld verschmäht? Ein einziges Geheimnis, vom Scheitel bis zur Sohle? Oder ein eigentlich doch ganz unkompliziertes Wesen, offen und frei in seinen Gefühlen? Cécilia, die 17jährige Titelfigur des Films, wird man auch nach dessen Ende kaum auf eine knappe Charakteristik bringen können. Sie gibt sich erst dem alten Maler Meyers, dann dem jungen Philosophen Martin hin, ohne lange zu zögern. Sie kehrt Tag für Tag in die Wohnungen und Betten der Männer zurück, pünktlich wie ein Uhrwerk. Von Albträumen wird sie nicht geplagt. Auf Martins Fragen weiß sie nur einfache Antworten – oder keine, weil seine Grübeleien und Fantastereien sie nie wirklich erreichen. Sie deswegen dumm zu nennen, träfe Cécilias Charakter nicht. So wenig wie schön oder häßlich, erfahren oder naiv, dick oder dünn, ehrlich oder verschlagen, sinnlich oder kühl. Cécilia ist von allem etwas: Sie läßt sich umarmen und entgleitet im selben Moment. Extrem nah und extrem unnahbar. Die Lebenskrise, in die Martin schon vo

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