Starbuck Holger Meins

- | Deutschland 2001 | 92 Minuten

Regie: Gerd Conradt

Dokumentarischer Versuch über das RAF-Mitglied Holger Meins, der 1974 nach einem Hungerstreik im Gefängnis starb. Regisseur Conradt, der mit Meins einst an der dffb studierte, kombiniert historische Filmausschnitte mit aktuellen Interviews von Freunden und Wegbegleitern. Da er es nicht darauf anlegt, wirklich in die Komplexität des Gegenstands einzudringen, beschränkt sich sein Film weitgehend auf eine Aufeinanderreihung von Anekdoten. Seinem Thema wird der Film damit kaum gerecht; ein Diskurs findet nicht statt.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2001
Regie
Gerd Conradt
Buch
Hartmut Jahn · Gerd Conradt
Kamera
Armin Fausten · Hans Rombach · Steffen Grossmann · Phillip Virus
Musik
Lars Löhn
Schnitt
Nelia Ibeh
Länge
92 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f

Heimkino

Verleih DVD
Neue Visionen
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Diskussion
Es gibt momentan kein Thema der nationalen Zeitgeschichte, das derart inflationär im Fokus der Öffentlichkeit steht wie der „Baader-Meinhof-Komplex“ (Stefan Aust). Dieses Kapitel ist damit längst zum gewerblich relevanten Faktor geworden. Sachbücher, Biografien und Romane sind Legion und in ihrer Vielfalt kaum mehr überschaubar. Es gibt Theaterstücke, Choreografien, Sound-Collagen und Fernsehsendungen. Allein mit für die Leinwand produzierten Spiel – und Dokumentarfilmen ließe sich inzwischen ein mehrtägiges Festival ausrichten. Spätestens nachdem Andres Veiel mit seinem dokumentarischen Doppelporträt „Black Box BRD“ (fd 34 861) mit Preisen überhäuft wurde und weit mehr als 100.000 Zuschauer mobilisieren konnte, zeigte sich, auf welch reges, auch cineastisches Interesse augenblicklich alles stößt, was mit der RAF in Zusammenhang steht. 25 Jahre nach dem „Deutschen Herbst“ scheint jene historische Zäsur massiver in die Gegenwart zu greifen als je zuvor. Der 1941 in der Nähe von Hamburg geborene Holger Meins gehörte zum harten Kern der sich „Rote Armee Fraktion“ nennenden Gruppierung um Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe und Ulrike Meinhof. Wie diese nahm er den Tod anderer Menschen billigend in Kauf und bezahlte die eigene Militanz später mit dem Leben. Sein Weg von ersten künstlerischen Selbstfindungsprozessen über die zunehmende Politisierung nebst SDS und Kommune 1 bis hin zur RAF-Radikalisierung scheint exemplarisch. Ein

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