Poem - Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug

- | Deutschland/USA 2003 | 91 Minuten

Regie: Ralf Schmerberg

Verfilmte deutsche Gedichte in Form einer "Gedichtrolle": In 19 Film-Clips meditiert der Regisseur visuell über Liebe, Leid und Lebensfreude, über Einsamkeit, Veränderung und Schicksal, wobei er sich unterschiedlicher filmischer Motive und Mittel bedient. Gedichte von Heinrich Heine, Georg Trakl, Kurt Tucholsky bis Ingeborg Bachmann und Heiner Müller werden teils in dokumentarisch aufgenommenen exotischen Landschaften, teils in artifiziell stilisierten Dekors präsentiert. Einzelne Sequenzen erlangen dank exzellenter Bild-Rezitation-Ton-Montagen eine nachdrückliche Wirkung, wobei der Film freilich in unterschiedlich wirkungsvolle Einzelteile zerfällt. Selbst der psychoanalytisch interpretierbare Rahmen bleibt von starken Bildern dominiert. (Die einzelnen Gedichte: 1. "Alles" von Antonia Keinz; 2. "Ich weiß von solchen..." von Hermann Hesse; 3. "Mörder" von Claire Goll; 4. "glauben und gestehen" von Ernst Jandl; 5. "Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen" von Heiner Müller; 6. "Gesang der Geister" von J.W. von Goethe; 7. "Der Sturm" von Selma Meerbaum-Eisinger; 8. "Sozusagen grundlos vergnügt" von Mascha Kaléko; 9. "Nach grauen Tagen" von Ingeborg Bachmann; 10. "Aus!" von Kurt Tucholsky; 11. "Kleines Solo" von Erich Kästner; 12. "Sophie" von Hans Arp; 13. "An den Ritter aus Gold" von Else Lasker-Schüler; 14. "Morgenlied" von Georg Trakl; 15. "Der Schiffbrüchige" von Heinrich Heine; 16. "Tenebrae" von Paul Celan; 17. "Siehe, ich wußte es sind..." von Rainer Maria Rilke; 18. "Der Falter" von Isabel Tuengerthal; 19. "Ode an die Freude" von Friedrich Schiller/Ludwig van Beethoven) - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland/USA
Produktionsjahr
2003
Regie
Ralf Schmerberg
Buch
Antonia Kainz
Kamera
Ralf Schmerberg · Franz Lustig · Neelesha Barthel · Tom Henze · Ralf Schmerberg
Darsteller
Carmen Birk · Lars Rudolph · Isabel Tuengerthal · Herbert Fritsch · Richy Müller
Länge
91 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.

Heimkino

Die aufwändig produzierte Edition enthält eine 50-minütige Dokumentation zum Film, die, neben der Beleuchtung des aufwändigen Entstehungsprozesses des Kompilationsfilmes, zusätzlich durch ihre formal ambitionierte Inszenierweise einen zweiten (hintergründigen) filmischen Blick auf die interpretierten Gedichte wirft. Die Edition ist mit dem Silberling 2004 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Trigger Happy Productions (16:9, 1.85:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
Was haben deutsche Gedichte der Avantgarde und Klassik mit Orten wie Rio de Janeiro, Vietnam, Nepal oder Island zu tun? In „Poem“ fließt Poesie in Länderkulissen: ob in Nevada (Hermann Hesse: „Ich weiß von solchen...“) oder in Brandenburg (Claire Goll: „Mörder“), in der Leipziger Straße in Berlin (Georg Trakl: „Morgenlied“) oder in Nepal (Rainer Maria Rilke: „Siehe, ich wusste es sind...“), in Heringsdorf auf Usedom (Hans Arp: „Sophie“) und Rio de Janeiro (Else Lasker-Schüler: „An den Ritter aus Gold“). Regisseur Ralf Schmerberg hat sich mit Videoclips und Werbespots (u.a. für „Die Toten Hosen“, „Afri Cola“ und die HypoVereinsbank) einen Namen gemacht; jetzt hat er mit der Autorin Antonia Keinz Gedichte berühmter deutscher Poeten verfilmt und bringt sie als bemerkenswerte Filmgedichte auf die Leinwand. Gedichte drücken Gefühle aus und verfügen, so Schmerberg, über eine „Stärke der Wahrheit“, die sein Film aufgreifen und erlebbar machen möchte. Mi

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