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Dokumentarfilm | Deutschland 2005 | 92 Minuten

Regie: Helke Sander

Die Regisseurin Helke Sander versammelt fünf Mitstreiterinnen aus frauenbewegten 1968er-Tagen um einen Tisch und diskutiert mit ihnen die Erfolge und Misserfolge der Emanzipationsbewegung. Brisante Bestandsaufnahme, die wichtiger Entwicklungen der bundesdeutschen Gesellschaft nachzeichnet. Mitunter bleibt der Dokumentarfilm jedoch zu sehr den Diskursen der 1970er-Jahre verhaftet, da er ausschließlich auf Veteraninnen der Bewegung fokussiert. Eine kritische Reflexion findet dadurch nur in Ansätzen statt, ebenso wie die Perspektive jüngerer Frauen weitgehend ausgespart bleibt. Dennoch überzeugt der Film durch seine profunde Rekapitulation der Historie und die Hellsichtigkeit, mit der die Diskutanninen ihre Gegenwart interpretieren. - Sehenswert.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2005
Regie
Helke Sander
Länge
92 Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion
In den Medien ist seit geraumer Zeit wieder von der „Rückkehr des Geschlechterkampfes unter neuen Vorzeichen“ die Rede. In Zeiten, in denen die Töchter der frauenbewegten Generation die Früchte des Emanzipationskampfs einsammeln und es sich in Chefsesseln bequem machen sollten, verdüstert sich die Perspektive. Ob in der Wirtschaft, im Kunst- oder Uni-Betrieb: Frauen in Führungspositionen sind immer noch rar. Warum das so ist und welchen strukturellen und mentalen Problemen die jungen, karrierewilligen Frauen von heute ausgesetzt sind, darauf findet der Film von Helke Sander keine einzige Antwort. Wie denn auch? Der Erfahrungsradius der Regisseurin, einst Herausgeberin der Zeitschrift „Frauen und Film“ und eine der renommiertesten Feministinnen der 68er-Generation, scheint fest in den Diskussionsritualen

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