Der letzte Zug (2006)

Drama | Deutschland 2006 | 123 Minuten

Regie: Joseph Vilsmaier

Die letzten Berliner Juden werden zusammengetrieben, um Hitler eine judenfreie Stadt zu schenken, und in Viehwaggons in die im Osten liegenden Vernichtungslager transportiert. Der Versuch, das Noch-Nicht-Dargestellte sichtbar zu machen, scheitert, weil die Inszenierung den rigorosen Entwurf nicht umsetzt. Statt sich auf das Elend im Innern eines Waggons zu konzentrieren, verschafft der Film den Zuschauern durch unmotivierte Rückblenden immer wieder Verschnaufpausen und rettet sich ins Kunstgewerbliche. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2006
Regie
Joseph Vilsmaier · Dana Vávrová
Buch
Stephen Glantz
Kamera
Helmfried Kober · Joseph Vilsmaier
Musik
Stefan Busch · Christian Heyne
Schnitt
Uli Schön
Darsteller
Sibel Kekilli (Ruth Zilbermann) · Gedeon Burkhard (Henry Neumann) · Lena Beyerling (Nina Neumann) · Lale Yavas (Lea Neumann) · Roman Roth (Albert Rosen)
Länge
123 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
EuroVideo/Concorde (16:9, 1.78:1, DD5.1 dt., dts dt.)
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Diskussion
Zu Beginn der 1990er-Jahre gab es in Deutschland zwei prägende Debatten über die filmische Rekonstruktion der Judenverfolgung im Dritten Reich. Die eine entzündete sich an „Schindlers Liste“ (fd 30 663) und kreiste um die Frage, ob man von millionenfachem Mord erzählen soll, indem man die Rettung einiger Hundert auf die Leinwand bringt. Mochte man dies im Falle Steven Spielbergs vorsichtig bejahen, so war kurz zuvor anhand Agnieszka Hollands „Hitlerjunge Salomon“ (fd 29 376) noch der Vorwurf verhandelt worden, hier habe jemand jede ästhetische Vorsicht über Bord geworfen und die deutsche Vergangenheit als Reservoir ergreifender Geschichten und Schicksale angezapft. Dem Produzenten von „Hitlerjunge Salomon“, Artur Brauner, wollte damals zwar niemand bloß monetäre Motive unterstellen; die Opfer der nationalsozialistischen Despotie sind Brauners großes Thema, zu dem er bereits kurz nach Kriegsende mit „Morituri“ (fd 131) fand, um es später mit Filmen wie „Hanussen“ (fd 27 123) oder „Babij Jar – Das vergessene Verbrechen“ (fd 36 033) immer wieder a

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