WALL·E - Der Letzte räumt die Erde auf

Science-Fiction | USA 2008 | 98 Minuten

Regie: Andrew Stanton

Auf der Erde ist seit 700 Jahren alles organische Leben weitgehend erloschen; nur ein beseelter Müllroboter sorgt unverdrossen für Ordnung. Als eine von menschlichen Kolonien entsandte Hightech-Drohne auf der Erde nach Leben suchen soll, glaubt der einsame Arbeiter, dass sich sein Traum von Zweisamkeit doch noch erfüllt. Mit dem Fund pflanzlichen Lebens aber droht die zaghafte Freundschaft der Roboter zu enden. Ein mitreißender, formal wie inhaltlich radikaler Animationsfilm, der in der ersten Hälfte sein bezauberndes audiovisuelles Abenteuer nahezu ohne (menschliche) Dialoge entwirft. In der zweiten Hälfte fokussiert er nicht weniger begeisternd auf Action, Spannung und seine ökologische Botschaft. - Sehenswert ab 6.

Filmdaten

Originaltitel
WALL·E
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2008
Regie
Andrew Stanton
Buch
Andrew Stanton · Jim Reardon
Musik
Thomas Newman
Schnitt
Stephen Schaffer
Länge
98 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 6.
Genre
Science-Fiction | Komödie | Animation

Heimkino

Die Standard Edition enthält einen Audiokommentar mit Regisseur Andrew Stanton, ein Feature mit drei kommentierten im Film nicht verwendeten Szenen (18 Min.), den Kurzfilm "Presto" (5 Min.) sowie das Feature "Sound Design im Animationsfilm: Welten aus Tönen erschaffen" (18 Min.). Die Special Edition (2 DVDs) enthält zudem einige "Hinter den Kulissen"-Features (50 Min.) sowie die erschöpfend informierende Dokumentation "Die Pixar Story" über das Animationsstudio (Regie: Leslie Iwerks, 85 Min.). Die BD (2 Disk) enthält zudem den Kurzfilm "Burn-E" (8 Min) und die Storyboards dazu (8 Min.). Die "2 Disk"-Editionen (DVD & BD) sind mit dem "Silberling" 2009 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Walt Disney (16:9, 2.35:1, DD6.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Walt Disney (16:9, 2.35:1, dts-HD engl., dts6.1 dt.)
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Diskussion
Das Kino hat seit der Einführung der „talkies“ regelrecht Angst vor dem Schweigen – was seltsam ist für ein Medium, das doch auf die Kraft der Bilder baut. Sieht man von Kunst- und Experimentalfilmen einmal ab, wird im Film nur selten nicht gesprochen; viel zu oft wird viel zu viel erklärt oder (zur Not aus dem Off) kommentiert. Stumme Sequenzen wie etwa die Eröffnungssequenz aus „2001 – Odyssee im Weltraum“ (fd 15732) bleiben schon deshalb in Erinnerung, weil das Fehlen von Dialogen ebenso irritiert wie fasziniert. Es ist bemerkenswert, dass nun ausgerechnet ein Animationsfilm aus dem Bereich des Mainstreams die Wortlosigkeit auf die Spitze treibt. Schon allein deshalb darf man Pixars animierten „Kinderfilm“ „WALL·E“ in punkto formaler Radikalität mit Kubricks singulärem Science-Fiction-Epos aus dem Jahr 1968 vergleichen. In „WALL·E“ gibt es nichts zu reden, weil es keine Menschen mehr gibt. Vor gut 700 Jahren haben die letzten die Erde verlassen; der verseuchte, lebensfeindliche Planet bot keine Alternative mehr zu den riesigen Luxusraumschiffen, die ein sorgenfreies Leben versprachen. Es ist eher Zufall, wenn auf der Erde der großspurige Werbeclip auf einem der riesigen Bildschirme aktiviert wird, der von den ewigen Ferien auf dem megalomanen Sternen

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