Die Jagd zum magischen Berg

Science-Fiction | USA 2009 | 98 Minuten

Regie: Andy Fickman

Disney-Fantasy-Abenteuerfilm um zwei außerirdische Kinder, die wichtige Daten zu ihrem bedrohten Heimatplaneten zurückbringen müssen, um eine Invasion der Erde zu verhindern. Mit Anleihen bei diversen Science-Fiction-Blockbuster-Filmen aufgemotzt, sorgen zwar einzelne gelungene Szenen sowie die Figur eines Taxifahrers, der den jungen Außerirdischen beisteht, für hübsche selbstironische Momente; ansonsten verpufft der Reiz der Geschichte aber in eintönigem Action-Gewitter. (Neuverfilmung des Disney-Films "Die Flucht zum Hexenberg", 1975) - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
RACE TO WITCH MOUNTAIN
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2009
Regie
Andy Fickman
Buch
Matt Lopez · Mark Bomback
Kamera
Greg Gardiner
Musik
Trevor Rabin
Schnitt
David Rennie
Darsteller
Dwayne "The Rock" Johnson (Jack Bruno) · AnnaSophia Robb (Sara) · Alexander Ludwig (Seth) · Carla Gugino (Dr. Alex Friedman) · Ciarán Hinds (Henry Burke)
Länge
98 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
Science-Fiction | Abenteuer | Fantasy

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. ein Feature mit neun im Film nicht verwendeten Szenen (23 Min.) inklusive eines alternativen Filmendes. Neben der Einzel-Edition auf Blu-ray veröffentlicht der Verleih zudem eine kombinierte Edition mit Blu-ray und DVD, auf denen jeweils der Hauptfilm zu sehen ist.

Verleih DVD
Walt Disney (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Walt Disney (16:9, 2.35:1, dts-HD engl., dts dt.)
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Diskussion
Ein schlagkräftiger Taxifahrer, der plötzlich zwei junge außerirdische Beförderungsgäste auf seiner Rückbank vorfindet. Ein ökologisch kollabierender Planet, dessen Bewohner die Erd-Invasion planen, falls ihre Abkömmlinge nicht mit ihren Forschungsdaten zurückkehren. Und eine Horde Männer in schwarzen Anzügen sowie ein bis an die Zähne bewaffneter Kampf-Android, die den illegalen Einwanderern und somit der Erde im Genick sitzen. Solche altgedienten Anleihen bei „Das fünfte Element“ (fd 32 718), „Men in Black“ (fd 32 733) und „Terminator“ (fd 25 019) vermengen sich in dieser Disney-Produktion, die als Remake des familientauglichen Fantasy-Films „Die Flucht zum Hexenberg“ (1975) eigentlich genug Stoff zur Wiederverwertung haben sollte. Damals floh ein übersinnlich begabtes Geschwisterpärchen vor den Ausbeutungsstrategien eines machtbesessenen Millionärs und kam dabei seinen außerirdischen Wurzeln auf die Schliche. In der sehr lockeren Neuinterpretation bestimmt schon der Vorspann aus schwimmenden Fotografien unbekannter Flugobjekte und knalligen Schlagzeilen staatlicher Vertuschungs-Strategien den Grundton. Verfolgt werden die Geschwister Sara und Seth nun von einem galaktischen Söldner sowie vom fiesen Chef der Homeland-Security-Abteilung. Diese hat kurz nach dem Absturz im magischen Berg nicht nur ihre fliegende Untertasse konfisziert, sondern auch an Saras telekinetischen und telepathischen Kräften sowie an Seths Fähigkeit, die molekulare Dichte seines Körpers zu verändern, ein mörderisches Interesse entwickelt. So brauchen die humanoiden Alien-Kinder menschliche Vertrauenspersonen, um die lebenswichtigen Klimadaten ihrem sterbenden Heimatplaneten zu überbringen. In Las Vegas „rekrutieren“ sie den ehemals kriminellen Fluchtfahrer und nun lizenzierten Taxifahrer Jack Bruno, der die Expertise der Astrophysikerin Alex Friedman anfordert, die auf einer UFO-Convention verstockten Trekkies wissenschaftliche Fakten einzutrichtern versucht. Wenn endlich im letzten Drittel der Standort des steinernen Pendants zu Area 51 bestimmt ist, hinterfragt man die geforderten Filmtitel-Schlagworte „Jagd“ und „magisch“ längst nicht mehr. Bis zu dieser Prämisse haben die eher niedrig budgetierten Spezialeffekte nämlich derart kräftige Kollateral-Schäden verursacht, dass sich der eintönig explosive Parcours-Ritt kaum noch als fantasiereiches Family Entertainment definieren lässt. Im neuesten Produkt des Kinderunterhaltungs-Moguls knallt es nämlich nicht nur gewaltig, sondern oft auch ziemlich unmotiviert. Dabei legt die Jagd zwischendurch bei der UFO-Convention eine herrlich nerdige, viel zu kurze Atempause ein, auf der die verwunderten Außerirdischen auf ihre Klischee-Abbilder treffen. Auch das emotionale Gerüst des Films wirkt dank Ex-Wrestler Dwayne „The Rock“ Johnson nicht völlig hölzern, wenn er in seiner Präsenz zwischen muskelgestählter Hülle und weichem Herz für Kinder durchaus Platz für selbstironische Posen lässt. Die filmische Frischzellenkur könnte demnach reizvoll sein, indes verheddert sie sich in dem Dilemma, dass zwar der simple Plot um die Flucht der Helden und deren Oneliner-Humor ganz auf ein junges Publikum zugeschnitten ist, während aber der schuss-kräftige Gewalteinsatz eine niedrige Altersfreigabe wortwörtlich verpulvert. Spannung wird vornehmlich aus rasanten Schnitten und Kamerafahrten gezogen, was den Film eher in die Tradition oben genannter Sci-Fi-Knüller rückt als in die der ursprünglichen Fantasy-Geschichte. Deren Muße für eine empathische Annäherung und eine fruchtbare Allianz zwischen Erdling und Alien bleibt da nicht mehr.
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