- | Frankreich/Israel/Italien/Indien 2010 | 112 Minuten

Regie: Julian Schnabel

Die Lebensgeschichte der zentralen (Titel-)Figur verknüpft sich mit den Schicksalen mehrerer palästinensischer Frauen aus anderen Generationen, die eng mit der politischen Entwicklung seit der Gründung des Staates Israel 1948 verbunden sind. Dabei scheitert der Film daran, dass er den Nahostkonflikt einseitig und undifferenziert auf ein Familienmelodram herunter rechnet. Die übergroße Fülle an Figuren und Handlungssträngen sorgt zudem dafür, dass einzelne Charaktere nicht ausgelotet werden und mehr oder minder in Klischees stecken bleiben. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
MIRAL
Produktionsland
Frankreich/Israel/Italien/Indien
Produktionsjahr
2010
Regie
Julian Schnabel
Buch
Rula Jebreal
Kamera
Eric Gautier
Schnitt
Juliette Welfling
Darsteller
Freida Pinto (Miral) · Hiam Abbass (Hind Husseini) · Yasmine Al Masri (Nadia) · Alexander Siddig (Mirals Vater) · Ruba Blal (Fatima)
Länge
112 Minuten
Kinostart
18.11.2010
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Diskussion
In suchenden Bewegungen fährt die Kamera über eine Landkarte des Nahen Ostens. Die Bilder sind unscharf und lösen sich in konturlosen Farbwolken auf, die klare Sicht wird verwehrt. Der Vorspann scheint auf die Undurchsichtigkeit des Nahostkonflikts anzuspielen, ist aber auch symptomatisch für die politisch diffuse Haltung des Films, die sich irgendwo zwischen pro-palästinensischem Statement, naiver Versöhnungsvision und einer betont unpolitischen Position des „Ich bin ein Künstler, kein politischer Experte“ (Julian Schnabel) bewegt. Schnabel verknüpft in seiner vierten Regiearbeit die Lebensgeschichten von vier palästinensischen Frauen vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse in Israel, von der Staatsgründung (1948) bis zum Friedensabkommen von Oslo (1994). Der Film beginnt mit dem Tod von Hind Husseini, eine Palästinenserin, die 1948 ein Waisenhaus für palästinensische Kinder gründete. In Rückblenden wird erzählt, wie Husseini zunächst einige Dutzen

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