Ende der Schonzeit

Drama | Deutschland/Israel 2012 | 100 (24 B./sec.)/98 (25 B./sec.) Minuten

Regie: Franziska Schlotterer

Ein wortkarger Mann, Auschwitz-Überlebender und späterer Israeli, erinnert sich an seine Flucht vor den Nazis im Jahr 1942. Damals versuchte er, den Rhein zu überqueren, um in der neutralen Schweiz Zuflucht zu finden, und fand bei einem Bauern-Ehepaar im Schwarzwald Unterschlupf. Diese verfolgte damit durchaus eigene Interessen: Der junge Mann soll auf dem Hof helfen und dafür sorgen, dass die wegen der Impotenz ihres Mannes kinderlose Bäuerin endlich ein Baby bekommt. In die Rahmenhandlung eingebettet, die die Konfrontation dieses Kindes mit dem leiblichen Vater schildert, beeindruckt der Film als konzentriertes, vorzüglich gespieltes Kammerspiel, das differenziert und schnörkellos von Mitwisserschaft und Verstrickung deutscher "Normalbürger" in die antisemitische Ideologie erzählt. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland/Israel
Produktionsjahr
2012
Regie
Franziska Schlotterer
Buch
Franziska Schlotterer · Gwendolyn Bellmann
Kamera
Bernd Fischer
Musik
Ari Benjamin Meyers
Schnitt
Karl Riedl
Darsteller
Brigitte Hobmeier (Emma) · Hans-Jochen Wagner (Fritz) · Christian Friedel (Albert) · Thomas Loibl (Walter) · Rami Heuberger (Avi)
Länge
100 (24 B.
sec.)
98 (25 B.
sec.) Minuten
Kinostart
14.02.2013
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
Lighthouse (16:9, 1.78:1, DD5.1 dt.)
DVD kaufen

Diskussion
Ein weiter Blick auf sonnenverdorrte Hügel in leerer Landschaft. Ein Bus taucht am Horizont auf. Drin sitzt ein junger Deutscher, der nicht recht zu dem Rest der Reisenden, allesamt Bewohner eines Kibbuz, passen mag. Seine verkrampften Gelenke strahlen Unsicherheit aus, die Situation ist ihm unangenehm, schließlich ist es sein „Erzeuger“, wie er distanziert sagt, den er zwischen Kühen und Misthaufen zum ersten Mal trifft. Die Körpersprache seines Gegenübers ist nicht weniger abweisend. Es dauert eine Weile, bis der wortkarge Mann in einer langen Rückblende zu erzählen beginnt, von seinen Rettern im Schwarzwald, die ihn doch noch kurz vor Kriegsende an die örtlichen Behörden denunziert haben. Ein konventioneller Prolog, der aber, sobald die Vergangenheit des Mannes aufgerollt wird, in ein hoch konzentriertes Kammerspiel entführt, das mit bravouröser Schauspielkunst, allen voran die wunderbare Brigitte Hobmeier, in Atem hält. Der Auschwitz-

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren