Den Menschen so fern

Drama | Frankreich 2014 | 102 Minuten

Regie: David Oelhoffen

Ein französischer Lehrer im Atlas-Gebirge gerät 1954 bei Ausbruch des Algerien-Kriegs zwischen die Fronten. Widerwillig übernimmt er den Auftrag, einen Algerier, der einen Verwandten getötet hat, in die nächste Stadt zu bringen. Der gefährliche Weg bringt die Männer einander jedoch näher und lässt sie allmählich Verständnis füreinander entwickeln. Das ruhig erzählte, eindrucksvoll gespielte Drama entwickelt eine Erzählung von Albert Camus schlüssig zur exemplarischen Geschichte einer Verständigung über nationale und religiöse Grenzen hinweg. Die versöhnliche Botschaft wird konsequent aus den Charakteren entwickelt und in visuell teilweise überwältigende Bilder eingebunden. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
LOIN DES HOMMES
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2014
Regie
David Oelhoffen
Buch
David Oelhoffen
Kamera
Guillaume Deffontaines
Musik
Nick Cave · Warren Ellis
Schnitt
Juliette Welfling
Darsteller
Viggo Mortensen (Daru) · Reda Kateb (Mohamad) · Angela Molina (Señorita Martinez) · Djemel Barek (Slimane) · Vincent Martin (Balducci)
Länge
102 Minuten
Kinostart
09.07.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama | Literaturverfilmung
Diskussion
Der erste Blick führt ins Leere. Die Panorama-Schwenks, mit denen David Oelhoffen seinen Film eröffnet, gleiten über die kahle Wüstenlandschaft Algeriens, eine grandiose, nicht allein scheinbar unberührte, sondern gleichsam von Menschen entleerte Kulisse. Bis die Kamera schließlich auf jenes Zeichen stößt, das auch schon im Western des klassischen Hollywood-Kinos verlässlich den Sieg der Zivilisation über die Wildnis markierte: ein Schulhaus. Umrahmt von den Gipfeln des Atlas-Gebirges steht das massive Steingebäude für sich allein in der Wüste, und allenfalls der Wind, der nachts ums Haus weht und an den Fenstern rüttelt, lässt erkennen, dass die Natur diesen Eingriff noch nicht endgültig hingenommen hat. Oelhoffen zeigt in seiner Exposition, wie die Kinder aus den Dörfern der Umgebung wie an jedem Tag an diesem zentralen Ort zusammenkommen. Daru, der Lehrer, erscheint als halbherziger Vertreter der Kolonialmacht. Zwar

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