Codename U.N.C.L.E.

Komödie | USA 2015 | 116 Minuten

Regie: Guy Ritchie

Auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs sehen sich ein CIA-Agent und ein KGB-Mann gezwungen, gemeinsam gegen ein rechtsradikales Syndikat vorzugehen, das mit dem Besitz von Atomwaffen das Gleichgewicht des Schreckens bedroht. Die verspielt-elegante Inszenierung der ironischen Agentenkomödie nach der Fernsehserie „Solo für O.N.C.E.L.“ huldigt mit schwungvollem Vergnügen dem Retro-Touch der 1960er-Jahre. Der makabre Humor und die hingeschluderte Handlung des satirischen Spionagefilms werden durch spielfreudige Darsteller und einen überwältigenden Look ansatzweise ausbalanciert. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
THE MAN FROM U.N.C.L.E.
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2015
Regie
Guy Ritchie
Buch
Guy Ritchie · Lionel Wigram
Kamera
John Mathieson
Musik
Daniel Pemberton
Schnitt
James Herbert
Darsteller
Henry Cavill (Napoleon Solo) · Armie Hammer (Ilya Kuryakin) · Alicia Vikander (Gaby Teller) · Elizabeth Debicki (Victoria Vinciguerra) · Jared Harris (Adrian Sanders)
Länge
116 Minuten
Kinostart
13.08.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogische Empfehlung
- Ab 14.
Genre
Komödie | Spionagefilm

Heimkino

Die Standardausgabe (DVD) enthält keine erwähnenswerten Extras. Die BD indes enthält u.a. diverse Kurzfeatures zu Teilaspekten des Films (34 Min.)

Verleih DVD
Warner (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Warner (16:9, 2.35:1, DD_ATMOS engl./dt.)
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Schwungvolle Agentenkomödie mit Retro-Touch

Diskussion
Die Faszination der guten alten 1960er-Jahre ist einfach ungebrochen. Die Menschen damals sahen entspannt aus, die Frauen trugen atemberaubend mutige Kostüme, die Männer perfekt geschnittene Anzüge, alle fuhren traumhaft schöne Autos mit hohem Wiedererkennungswert; Rauchen war kein Problem und die Cocktails schmeckten in jeder Eckkneipe einfach köstlich. Politisch gesehen waren die Zeiten vielleicht schwierig, und der Kalte Krieg führte zu allerhand Friktionen zwischen Ost und West. Aber für derlei Konflikte hatte man schließlich die Agenten; und die erfüllten die Klischees der 1960er-Jahre-Menschen wie keine andere Spezies. Dank des Sixties-Flairs und all der politischen Eskapaden verfügt die Unterhaltungsindustrie über den gutaussehenden Agenten-Krimi. Während im Kino James Bond reüssierte, konterte das Fernsehen mit Napoleon Solo und Illya Kuryakin: Zwischen 1964 und 1968 kämpften der US-Amerikaner und der Sowjet (besser: der Ukrainer) miteinander gegen die Bösewichter dieser Welt. Eine Sensation, wenn man bedenkt, dass sich die Politiker beider Nationen zu jener Zeit am liebsten gegenseitig vom Planeten bomben wollten. Die Verantwortlichen des (U)nited (N)etwork (C)ommand for (L)aw and (E)nforcement aber hatten schnell erkannten, dass man Lebensbedrohlichem am besten gemeinsam begegnet. Im Leinwand-Relaunch der Fernsehserie, respektive der Kinofilme, die sich mit dem Erfolg einstellten, trägt das Böse den eingängigen Namen Victoria Vinciguerra und stammt aus Italien, wo auch die fiesesten Nazis nur mit Martini und Haute Couture die Marmortreppen hinunterstöckeln: Atemberaubend und böse ist die Chefin eines Unternehmens, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Weltgefüge endgültig zu destabilisieren. Da es um nichts Geringeres als um Atomsprengköpfe geht, müssen Solo und Kuryakin ran, die sich bei ihrem jüngsten Einsatz noch gegenseitig töten wollten. Dabei ging es um die (Ost-)Deutsche Gaby Teller, die Tochter eines verschwundenen Wissenschaftlers. Die höchst agile und zudem unwiderstehlich schöne Gaby könnte dem Team wertvolle Dienste leisten. „Codename U.N.C.L.E.“ ist ein weiterer Quasi-Superhelden-Film in der Phalanx jener Blockbuster, die gegen Marvel und DC antreten, um Action mit „richtigen Menschen“ zu zelebrieren. Guy Ritchie, der immerhin schon eine Reihe cooler Gangsterfilme inszeniert sowie die Sherlock-Holmes-Reihe fürs Kino wiederbelebt hat, erhielt viel Geld in die Hand, um Agenten die Welt retten zu lassen. Mit Atombomben und einem Magnetband-Datenträger, der wichtige Daten trägt. Inhaltlich ist das alles andere als neu. Das weiß auch Guy Ritchie, den beim Verfassen des Drehbuchs kein Geistesblitz streifte. Aus diesem Grunde siegt bei „Codename U.N.C.L.E.“ die Form über den Inhalt. Es ist ein Film zum Schauen, mit einem Soundtrack zum Schwelgen, kein Film zum Denken. Alles, aber auch alles sieht toll, exquisit, gepflegt und bügelfrei aus. Über zwei Stunden kann man sich an den vermeintlichen Vorzügen der Sixties sattsehen, in der stillen Gewissheit, dass am Ende die Bombe entschärft, die Böse gerichtet und die richtige Frau geküsst ist. Und Ost/West? Nun ja, immerhin darf der kernige Armie Hammer als Kuryakin kräftiger sein und über die besser funktionierenden Gimmicks verfügen als der smarte Solo, der dafür dank Henry Cavill einen Tick besser aussieht. Auch wenn „Codename U.N.C.L.E.“ im Original geradezu viersprachig ist (Englisch, Russisch, Deutsch und Italienisch), sollte man angesichts der erbärmlichen wie sinnlosen deutschen Dialoge besser auf die deutsche Synchronisation hoffen. Aussehen ist vielleicht doch nicht alles!

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