Der Kuckuck und der Esel

Drama | Deutschland 2014 | 97 Minuten

Regie: Andreas Arnstedt

Als ein Drehbuchautor auch nach zehn Jahren und der hundertsten Fassung seines Skripts über die (Holocaust-)Romanze seiner Eltern noch immer keine Gnade beim zuständigen Redakteur findet, entführt er diesen kurzerhand und zwingt ihn mit rabiaten Methoden zur Mithilfe. Die rabenschwarze Komödie geizt als frei finanzierter Debütfilm nicht mit schrillen Dissonanzen und reflektiert mit makabrem Humor über die eigene Branche, wobei die Inszenierung mit aufreizender Flachheit gegen flache Berufszyniker aus der Medienwelt zu Felde zieht. Ein grimmiges Vergnügen ohne Rücksicht auf ästhetische und dramaturgische Verluste. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2014
Regie
Andreas Arnstedt
Buch
Andreas Arnstedt · Horst Fichte
Kamera
Moritz Anton
Schnitt
Sylvain Coutandin
Darsteller
Thilo Prothmann (Conrad Weitzmann) · Marie Schöneburg (Marlene) · Joost Siedhoff (Ephraim Weitzmann) · Jan Henrik Stahlberg (Stuckradt Halmer) · Gertie Honeck
Länge
97 Minuten
Kinostart
03.09.2015
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
Missingfilms/Indigo (16:9, 1.78:1, DD2.0 dt.)
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Ein grimmiges Vergnügen ohne Rücksicht auf ästhetische und dramaturgische Verluste.

Diskussion
An Filmen über Entführungen, die anders als geplant verlaufen, herrscht in der Filmgeschichte kein Mangel. Hans Weingartners „Die fetten Jahre sind vorbei“ (fd 36 796) etwa oder im Komödienfach vorbildlich entgleisend „Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone“ ((fd 25 911); 1986) mit Bette Midler als Opfer, das die von ihrem Ehemann gedungenen Kidnapper nicht nur überlegen herumscheucht, sondern im Kern auch noch endlich abnimmt und sich für den unerwarteten Service zu bedanken weiß. Auch in „Der Kuckuck und der Esel“ steht die Welt Kopf, wenn ein abgewiesener Drehbuchschreiber just den Redakteur eines öffentlich-rechtlichen Senders entführt, der ihn über zehn Jahre hingehalten und auch noch an der hundertsten Fassung des „Orangenhains“ etwas auszusetzen hatt

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