Drama | Deutschland/Österreich 2016 | 126 Minuten

Regie: Kai Wessel

Ein als schwer erziehbar geltender Junge aus einer jenischen Familie wird während des Nationalsozialismus seinem Vater weggenommen und in Erziehungsheime gesteckt, bis er 1942 in einer Pflege- und Heilanstalt landet. Dort wird er Zeuge der Euthanasie und stellt sich ihr entgegen, bis er selbst zum Opfer wird. Das auf der gleichnamigen Romanbiografie über Ernst Lossa (1929-1944) fußende Drama setzt eindrucksvoll den Glücksanspruch und den Widerstand des Protagonisten gegen die Verbrechen der Täter mit einer dramatischen Lichtführung ins Bild. Der Film vermittelt eindringlich, was passiert, wenn sich das Leben nach Kriterien der Nützlichkeit für eine Gesellschaft bestimmt. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
NEBEL IM AUGUST
Produktionsland
Deutschland/Österreich
Produktionsjahr
2016
Regie
Kai Wessel
Buch
Holger Karsten Schmidt
Kamera
Hagen Bogdanski
Musik
Martin Todsharow
Schnitt
Tina Freitag
Darsteller
Ivo Pietzcker (Ernst Lossa) · Sebastian Koch (Dr. Walter Veithausen) · Thomas Schubert (Paul Hechtle) · Fritzi Haberlandt (Schwester Sophia) · Henriette Confurius (Edith Kiefer)
Länge
126 Minuten
Kinostart
29.09.2016
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama
Diskussion
Als hoffnungsloser Fall wird der 13-jährige Ernst Lossa von Heim zu Heim weitergereicht, bis der als schwererziehbar geltende und als „Zigeuner“ verunglimpfte Junge 1942 in eine „Heil- und Pflegeanstalt“ verlegt wird. Dort ist dem ersten Anschein nach die Stimmung durchaus freundlich. Und offensichtlich geht es auch mit rechten Dingen zu. Der Anstaltsdirektor ist seinen Schützlingen zugetan, er untersucht sie sorgfältig und setzt sich für eine gute Pflege ein. Die persönliche Habe wird gewissenhaft registriert und verwahrt. Doch schon wenig später entdeckt der junge Jenische den Januskopf des Leiters: Unter seiner Aufsicht werden in der Anstalt Schwerstkranke selektiert und ermordet. Regisseur Kai Wessel und der Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt stützen sich in ihrem Film auf die gleichnamige Romanbiografie von Robert Domes. Der Journalist hat das erschütternde Schicksal des Sprösslings einer fahrenden Händlerfamilie recherchiert und mit „Szenen, Dialogen, Handlungen und Gefühlen“ bildreich ausgesponnen. Der Film dagegen will nicht i

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren