Mein wunderbares West-Berlin

Dokumentarfilm | Deutschland 2017 | 98 Minuten

Regie: Jochen Hick

Das West-Berlin der 1960er-Jahre galt als Zufluchtsort für Homosexuelle. Aus der Konfrontation mit der repressiven Gesellschaft formierte sich ab den 1970er-Jahren ein schwules Selbstbewusstsein, bis die Krankheit AIDS die neue Freiheit erschütterte. Der kluge, gesellschaftspolitisch ambitionierte Dokumentarfilm zeichnet eine Chronik des schwulen Lebens in West-Berlin bis zum Mauerfall nach, befragt Protagonisten aus jener Zeit und verbindet ihre Erzählungen mit teils unveröffentlichtem Archivmaterial. Ohne nostalgische oder kulturpessimistische Töne leistet er damit einen wertvollen Beitrag zur queeren Geschichtsschreibung.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2017
Regie
Jochen Hick
Buch
Jochen Hick
Kamera
Alexander Gheorghiu · Jochen Hick
Schnitt
Thomas Keller
Länge
98 Minuten
Kinostart
29.06.2017
Fsk
ab 16; f
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion
Vom Kleist-Kasino in Schöneberg gibt es keine Innenaufnahmen aus den 1960er-Jahren; aus Angst vor Repressionen wagte damals niemand zu filmen. Die 1921 gegründete Schwulenbar war auch nach ihrer Wiedereröffnung 1950 von Razzien betroffen. Der Paragraf 175 des Reichsstrafgesetzbuches stellte „Unzucht“ unter Männern seit 1872 unter Strafe; in der Bundesrepublik wurde das von den Nazis verschärfte Gesetz unverändert übernommen. Auch Fernsehberichte sind bis weit in die 1960er-Jahre hinein vom homophoben Klima durchtränkt. „Boulevard der Asozialen“ etwa war ein Bericht des Sender Freies Berlin (SFB) über Strichjungen am Bahnhof Zoo aus dem Jahr 1965 betitelt. West-Berlin eröffnete für Schwule dennoch viele Möglichkeiten und bildete einen Zufluchtsort. Wollte man in Hamburg oder anderswo nicht immer den gleichen schwulen Männern über den Weg laufen, fiel die Wahl nicht schwer. Trotz der drohenden Sankt

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