Der Hauptmann

Drama | Deutschland/Polen/Portugal/Frankreich 2017 | 119 Minuten

Regie: Robert Schwentke

Im April 1945 schart ein Gefreiter in der Uniform eines Hauptmanns eine Gruppe versprengter Soldaten um sich und verbreitet in der norddeutschen Provinz mit dem Standrecht Angst und Schrecken. In einem Lager werden Strafgefangene willkürlich abgeschlachtet, später zieht die Soldateska marodierend weiter. Nach historischen Vorkommnissen zeichnet das stark stilisierte und in kontrastreichem Schwarz-weiß gefilmte Drama die mysteriöse Selbstermächtigung des Anführers als mörderische Köpenickiade, wobei die Inszenierung die Motivation der Hauptfigur bewusst vage lässt. Mit dieser Leerstelle will der aus der Täterperspektive geschilderte Film eine Brücke in die Gegenwart schlagen, setzt sich dadurch aber tendenziell einer Entschuldung der Figur aus. Eine nihilistisch-absurde Deutung der historisch belegten Ereignisse klingt zwar an, wird zugunsten einer filmischen Meditation über die Wolfsnatur des Menschen aber nicht vertieft.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland/Polen/Portugal/Frankreich
Produktionsjahr
2017
Regie
Robert Schwentke
Buch
Robert Schwentke
Kamera
Florian Ballhaus
Schnitt
Michal Czarnecki
Darsteller
Max Hubacher (Willi Herold) · Milan Peschel (Freytag) · Frederick Lau (Kipinski) · Bernd Hölscher (Schütte) · Waldemar Kobus (Lagerleiter Hansen)
Länge
119 Minuten
Kinostart
15.03.2018
Fsk
ab 16; f
Genre
Drama | Historienfilm | Kriegsfilm
Diskussion
April 1945, irgendwo an der nordwestdeutschen Front. Ein junger Mann in Wehrmachtsuniform wird von einer ausgelassenen Gruppe Soldaten fast spielerisch gejagt und kann nur knapp entkommen. Wenig später entdeckt dieser Soldat, Willi Herold, in einem verlassenen Fahrzeug die blitzblanke Uniform eines Hauptmanns. Er zieht sie an und probt ein paar Haltungen, die seines Erachtens zu der Uniform passen. Den zufällig des Weges kommenden Gefreiten Freytag vermag er damit zu überzeugen. Freytag wird Herolds Fahrer. In der Folge versammelt der frisch gebackene Hauptmann mit etwas Glück und einem forciert selbstsicheren Auftreten immer mehr Versprengte hinter sich und formiert die „Kampfgruppe Herold“, die schließlich im Hinterland im Auftrag des Führers das Standrecht vertritt. Als die Truppe auf ein Strafgefangenenlager stößt, in dem Wehrmachtsdeserteure das Kriegsende herbeisehnen, beginnt eine Woche des willkürlichen Abschlachtens von Inhaftierten. Nachdem das Lager schließlich von alliierten Luftangriffen zerstört wird, zieht die Soldateska marodierend weiter durch die norddeutsche Provinz, bis deutsche Militärpolizei dem mörderischen Tr

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