Capernaum - Stadt der Hoffnung

Drama | Libanon/Frankreich/USA 2018 | 126 Minuten

Regie: Nadine Labaki

Dokumentarisch anmutender Spielfilm über einen zwölfjährigen Straßenjungen aus einem Armenviertel in Beirut, der bei einer Flüchtlingsfrau aus Äthiopien Unterschlupf findet und sich um deren kleinen Jungen kümmert. Als die Mutter nicht mehr auftaucht, ist er mit dem Kind auf sich gestellt. Mit großer Zugewandtheit, aber relativ nüchtern schildert das auf intensiven Recherchen beruhende Drama den ausweglosen Kampf ums Überleben. Der von einer großen Menschlichkeit getragene Film konfrontiert mit erschütterndem Elend, hält Sentimentalität wie Zynismus aber gleichermaßen auf Distanz. Ein ebenso bewegender wie kluger, weitgehend von Laienschauspielern grandios gespielter Film. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
CAPHARNAÜM
Produktionsland
Libanon/Frankreich/USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Nadine Labaki
Buch
Nadine Labaki · Jihad Hojeily · Michelle Kesrouani · Georges Khabbaz
Kamera
Christopher Aoun
Musik
Khaled Mouzanar
Schnitt
Konstantin Bock · Laure Gaudette
Darsteller
Zain Al Rafeea (Zain) · Yordanos Shiferaw (Rahil) · Boluwatife Treasure Bankole (Yonas) · Kawther Al Haddad (Souad) · Fadi Kamel Youssef (Selim)
Länge
126 Minuten
Kinostart
17.01.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama | Gerichtsfilm
Diskussion

Bewegendes Drama um einen Straßenjungen aus einem Armenviertel von Beirut, der sich plötzlich um ein kleines Kind kümmern muss.

„Capernaum“ heißt das biblische Fischerdorf am See Genezareth, in dem Jesus lebte und wirkte. Im Französischen wie im Arabischen bedeutet das Wort aber auch Tohuwabohu, Chaos – und in diesem Sinne benutzt es die libanesische Regisseurin Nadine Labaki. Tatsächlich ist in der Welt, die der Film vor Augen führt, so ziemlich alles in grober Unordnung. Einmal äußerlich, in Form der provisorisch errichteten Behausungen der Menschen, die notdürftig funktionsfähig gehalten werden. In mehreren Draufsichten auf den Ort der Handlung, die Armenviertel von Beirut, zeigt sich, dass das Chaos aus größerer Distanz nicht weniger wird, auch wenn es leichter zu ertragen ist.

Zain verfügt nicht über diese Option. Der etwa zwölfjährige Straßenjunge existiert nur im permanenten Überlebensmodus. Er kennt weder Struktur noch Ordnung; das Ungeordnete steckt gewissermaßen schon in ihm drin: Für sein Alter hat er einen viel zu dünnen, zu kleinen Körper –  da

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