Abenteuer | USA 2018 | 114 Minuten

Regie: Travis Knight

Prequel zur fünfteiligen „Transformers“-Filmreihe. Nach einem Krieg auf dem Planeten Cybertron zwischen guten Autobots und bösen Decepticons flieht ein Soldat der Autobots auf die Erde, um hier eine Basis aufzubauen. Da seine Feinde und das US-Militär hinter ihm her sind, versteckt er sich in Gestalt eines gelben VW-Käfers auf einem Schrottplatz in einer kalifornischen Provinzstadt. Dort entdeckt eine 18-Jährige das Fahrzeug und macht es wieder fahrtüchtig. Unterhaltsame Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft mit zahlreichen popkulturellen Anspielungen auf die 1980er-Jahre. Im Gegensatz zu den Vorgängern sind die Actionsequenzen angenehm zurückgenommen; es überwiegen die komischen und anrührenden Momente. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
BUMBLEBEE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Travis Knight
Buch
Christina Hodson
Kamera
Enrique Chediak
Musik
Dario Marianelli
Schnitt
Paul Rubell
Darsteller
Hailee Steinfeld (Charlie Watson) · John Cena (Agent Burns) · Megyn Price (Amber) · Pamela Adlon (Sally Watson) · Kenneth Choi (Ken)
Länge
114 Minuten
Kinostart
20.12.2018
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Abenteuer | Action | Familienfilm | Science-Fiction

Heimkino

Verleih DVD
Universal
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Diskussion

Prequel zur „Transformers“-Filmreihe, in der eine unterhaltsame Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft eines Autobots und einer Jugendlichen mit zahlreichen popkulturellen Anspielungen auf die 1980er-Jahre erzählt wird.

Michael Bay hat als Regisseur wie als Produzent mit seinen fünf „Transformers“-Filmen ein ganz eigenes Universum geschaffen, das seine Herkunft aus Kinderspielzeug-Tagen zwar nicht leugnen konnte, mit der Militarisierung des Geschehens aber immer mehr zum ruppigen, gefühllosen Action-Overkill mutierte, der auf die Überwältigung der Sinne setzte und sich in seiner Gigantomanie gefiel. „Transformers 5“ leistete sich sogar einen Rückgriff auf das totgeglaubte Ritter-Genre, um die Mythen des modernen Horror- und Science-Fiction-Kinos mit denen des Abenteuerfilms zu verquicken.

An der Kinokasse hat sich das nicht gelohnt; „Transformers – The Last Knight“ fiel im Vergleich mit den ersten beiden Teilen deutlich ab. Nun folgt mit „Bumblebee“ ein sogenanntes Spin-off oder, um genauer zu sein, ein Prequel zur „Transformers“-Reihe. Vielleicht ist dies aber auch so etwas wie ein Neuanfang. Denn Bay und der Regisseur Travis Knight haben erkannt, dass Action allein nicht reicht. Es braucht auch eine gute Geschichte und etwas Gefühl. 

Der gelbe Käfer lebt!

Danach sieht es zunächst allerdings nicht aus. Denn die guten Autobots und die bösen Decepticons bekriegen sich auf ihrem Planeten Cybertron martialisch. Optimus Prime, Chef der Autobots, schickt seinen Soldaten B-127 auf die Erde, um dort die Basis für ein eventuelles Exil aufzubauen. Allerdings heften sich zwei Decepticons an seine Fersen, und auch das US-Militär ist aufmerksam geworden. B-127 muss sich verstecken. Darum parkt er im Jahr 1987, als knallgelber VW-Käfer getarnt, auf einem Schrottplatz in einer kleinen kalifornischen Küstenstadt.

Hier findet ihn die rebellische Charlie Watson, ausgerechnet an ihrem 18. Geburtstag. Charlie darf die rostige Karre behalten. Mit mechanischem Geschick schraubt und lötet sie, bis der Käfer wieder schnurrt, und tauft ihn „Bumblebee“. Doch als sie eines Abends in der Garage unter ihr neues Auto rollt, entdeckt sie diese großen, leuchtenden Augen: Bumblebee lebt! Währenddessen verhandeln die beiden Decepticons ungewohnt freundlich mit dem US-Militär, um Bumblebees Aufenthaltsort herauszufinden.

Ein Außerirdischer, der in der US-amerikanischen Provinz strandet – „E.T. – Der Außerirdische“ kommt einem da sofort in den Sinn, und weil hier ein eigenwilliger VW im Mittelpunkt steht, ist auch Herbie aus „Ein toller Käfer“ nicht weit. In allen fünf Vorgänger-Filmen hat sich Bay auf andere Filme bezogen, von „Terminator“ über „Krieg der Welten“ bis zur „Mumie“. Doch jetzt weht ein Hauch von Steven Spielberg durch den Film, der als ausführender Produzent verantwortlich zeichnet, und seiner Firma Amblin Entertainment. Amblin-Filme, etwa „Die Goonies" oder „Zurück in die Zukunft“, erzählten in den 1980er-Jahren häufig vom Erwachsenwerden ihrer jugendlichen Helden in der Kleinstadt. In dieses Profil passt auch Charlie. Ihr Vater ist gestorben, in ihrer Familie mit Stiefvater fühlt sie sich nicht akzeptiert, und Jungs sind zwar interessant, aber auch eigenartig. Die Freundschaft zu einer Maschine, auf die man sich verlassen kann, macht da durchaus Sinn.

Dieser Film hat Herz

Hailee Steinfeld verwandelt diese Charlie in eine glaubwürdige Figur mit Schwächen und Stärken. Sie lässt sich von ihren Emotionen leiten, um dann im richtigen Moment das Richtige zu tun. Bumblebee ist hingegen vom Krieg auf Cybertron gezeichnet, körperlich wie seelisch; die Decepticons haben ihm überdies sein Sprachmodul herausgerissen, so dass er nicht mehr sprechen kann. Zu den schönen Ideen des Films zählt, dass er gleichwohl in der Lage ist, aus dem Autoradio immer jene Songzeilen herauszupicken, die das ausdrücken, was er sagen will.

Die Musik der 1980er-Jahre wird so zu einem wichtigen Kommunikationsmittel von Bumblebee wie dem Film und trägt, neben den popkulturellen Anspielungen, wesentlich zum Humor bei. Wenn Bumblebee angeekelt eine „Smiths“-Kassette wieder ausspuckt, dürfen sich Morrissey-Allergiker köstlich amüsieren. Natürlich gibt es noch einen Showdown, doch die Action ist angenehm zurückgenommen. Statt Schießereien lassen die Transformer ihre Fäuste sprechen; das Militär steht dumm daneben. So wird die Szene, in der Charlie Bumblebee das Gesicht streichelt, zur Schlüsselgeste: Dieser Film hat Herz.

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