Der Goldene Handschuh

Drama | Deutschland/Frankreich 2019 | 110 Minuten

Regie: Fatih Akin

Anfang der 1970er-Jahre tötete der Hilfsarbeiter Fritz Honka vier Frauen, die er in der Hamburger Kiez-Kneipe „Zum goldenen Handschuh“ kennengelernt hatte, und entsorgte ihre zerstückelten Körper in der Abseite seiner Mansardenwohnung. Der nach dem gleichnamigen Roman von Heinz Strunk entstandene Film verzichtet auf biografische oder psychologische Einordnungen und konzentriert sich auf die bloße Monstrosität der Taten. Im Unterschied zur Vorlage misslingt die Gratwanderung zwischen Tätergeschichte, Milieustudie und Kommentar auf die Traumata der Nachkriegszeit. Die brachiale Gewalt, der aufdringlich groteske Humor und die extreme Zuschaustellung der Opfer untergraben jeden interpretativen Spielraum.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland/Frankreich
Produktionsjahr
2019
Regie
Fatih Akin
Buch
Fatih Akin
Kamera
Rainer Klausmann
Musik
FM Einheit
Schnitt
Andrew Bird · Franziska Schmidt-Kärner
Darsteller
Jonas Dassler (Fritz Honka) · Margarethe Tiesel (Gerda Voss) · Katja Studt (Helga Denningsen) · Marc Hosemann (Siggi Honka) · Tristan Göbel (Willi)
Länge
110 Minuten
Kinostart
21.02.2019
Fsk
ab 18; f
Genre
Drama | Literaturverfilmung | Splatterfilm | Thriller

Heimkino

Verleih DVD
Warner
Verleih Blu-ray
Warner
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Diskussion

Horrorfilm um den Hamburger Serienkiller Fritz Honka, der Anfang der 1970er-Jahre mindestens vier Frauen in seiner Wohnung ermordete und ihre zerstückelten Körper in den Abseiten der Dachschrägen entsorgte.

Wenn man als Zuschauer das erste Mal einen Blick auf den Tatort des Hamburger Serienmörders Fritz Honka wirft, ist das Schlimmste vermeintlich schon passiert. Ein nackter Frauenkörper liegt regungslos in der Wohnung des Täters, der mit der Entsorgung der Leiche offensichtlich überfordert ist. Doch Regisseur Fatih Akin belässt es in der Adaption des gleichnamigen Romans von Heinz Strunk nicht dabei, aus sicherer Distanz eine Kriminalgeschichte zu erzählen; er legt es vielmehr darauf an, das Geschehen mit allen sinnlichen Dimensionen, die dem Kino zur Verfügung stehen, in extremer Weise nahezubringen: Der aufgedunsene Leichnam will sich nicht in den viel zu kleinen Müllsack pressen lassen; die Schwere der Gliedmaßen schlägt dumpf auf die Treppenstufen, über die Honka sein Opfer zerrt. Als er schließlich eine Säge holt, wird der Ton der Inszenierung klar. Hinzu kommt ein deutscher Schlager, der keinerlei ironische Entlastung bietet.

Die vier Morde aus den Jahren 1970 bis 1975, die man Fritz Honka nachweisen konnte, regten schon

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