Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

Abenteuer | Frankreich 2018 | 86 Minuten

Regie: Alexandre Astier

Der alternde Druide Miraculix sucht einen Nachfolger, weil es ihm immer schwerer fällt, die Misteln hoch oben in den Eichen zu ernten. Deshalb schickt er Asterix und Obelix los, die einen geeigneten Kandidaten finden sollen. Als ein missgünstiger Rivale davon Wind bekommt, verbündet er sich mit den Römern, um in den Besitz der magischen Formel für den Zaubertrank zu gelangen. Die im Computer generierte Animation fußt erstmals nicht auf einer Originalgeschichte von Goscinny & Uderzo, verbindet aber visuelle Klasse mit klugem Wortwitz und klassischen Szenarien wie Römer verhauen oder Wildschweine jagen. Die im Vergleich zu den Zeichentrickklassikern der Reihe eher gewöhnungsbedürftige CGI-Ästhetik steht dem nicht im Wege. - Ab 10.

Filmdaten

Originaltitel
ASTÉRIX: LE SECRET DE LA POTION MAGIQUE
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2018
Regie
Alexandre Astier · Louis Clichy
Buch
Alexandre Astier
Kamera
David Dulac
Musik
Philippe Rombi
Schnitt
Bertrand Maillard
Länge
86 Minuten
Kinostart
14.03.2019
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 10.
Genre
Abenteuer | Animation | Familienfilm | Fantasy

Heimkino

Verleih DVD
Universum
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Diskussion

Der alte Druide Miraculix sucht einen Nachfolger, weil ihm die Ernte der Misteln in den Gipfeln der Eichen immer schwerer fällt. Das versucht ein missgünstiger Rivale auszunutzen, indem er sich ausgerechnet mit den Römern verbindet.

Wenn man die Comics von René Goscinny und Albert Uderzo, den legendären Erfindern von Asterix und Obelix, für die Leinwand adaptieren will, dann sollte man diese wunderbaren Geschichtenerzähler besser auf seiner Seite haben. Daran hat sich seit der ersten Adaption „Asterix der Gallier“ (1967) nichts geändert, und daran halten sich auch die Regisseure Louis Clichy und Alexandre Astier bei ihrer zweiten Verfilmung nach dem 3D-Animationsabenteuer „Asterix im Land der Götter“. Uderzo und Anne Goscinny, die Tochter des verstorbenen René Goscinny, gaben grünes Licht für das zweite Projekt mit dem Titel „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“.

Dämonix macht seinem Namen alle Ehre

Obwohl es sich dabei um keine Originalgeschichte aus der Feder der beiden Comic-Veteranen handelt, spürt man auf Anhieb den gallischen Geist, der durch die Handlung umweht. Im Jahr 50 vor Christus ist ganz Gallien von den Römern besetzt – bis auf jenes kleine Dorf, das erbitterten Widerstand leistet, nicht zuletzt dank des Zaubertranks von Miraculix, der überirdische Kräfte verleiht. Der Druide sieht sich infolge eines Missgeschicks allerdings gezwungen, nach einem Nachfolger Ausschau zu halten, dem er die geheime Rezeptur anvertrauen kann. Als der seinem Namen alle Ehren machende Dämonix davon Wind bekommt, setzt er alles daran, um in den Besitz der wohlgehüteten magischen Formel zu gelangen.

Der Plot verspricht Action, Spannung und Drama, was die Regisseure auch zur Genüge einlösen. Für eher traditionalistisch orientierte Zuschauer sind wohl die vielen (lateinischen) Wortwitze, ulkigen Namenskreationen (etwa Tomcrus) sowie die beliebten Spiele „Römer verkloppen“ und „Wildschwein jagen“ gedacht.

Im Gegensatz zu den älteren Zeichentrick-Versionen greifen die Regisseure erneut auf computergenerierte Bilder zurück. Das ist für Liebhaber der Klassiker gewöhnungsbedürftig, doch der Pixar-geschulte Zeichner Louis Clichy versteht sein Handwerk. Er verleiht den Tableaus auch in der 2D-Variante Tiefe und verpasst den populären Charakteren einen runderen, weicheren, an Wachsfiguren erinnernden Look.

Die junge Vitrine bewährt sich in allen Lagen

Originell ist auch eine Art Trojanisches Pferd, das die römischen Soldaten beim Angriff auf das gallische Dorf bilden, und für verlässliche Lacher sorgen erneut der Fischhändler Verleihnix und der Schmied Automatix, die sich permanent provozieren. Der Film setzt keine Vorkenntnisse voraus, da eine neue Generation an das Universum der französischen Comic-Legenden herangeführt werden soll. Während in „Asterix im Land der Götter“ noch der junge Apeldjus als Identifikationsfigur für den Nachwuchs fungierte, ist es nun die kleine Vitrine, die am Ende sogar die Nachfolge von Miraculix antritt.

Auch die deutsche Synchronfassung hat sich auf keinerlei Experimente eingelassen. Milan Peschel und Charlie Hübner sprechen erneut Asterix und Obelix, wobei sie ihre Figuren nicht überzeichnen, sondern das Warmherzige und Menschliche betonen.

Jetzt sind die Frauen am Zug

Fazit: Nach acht meist zufriedenstellenden Zeichentrickfilmen und vier eher mäßigen Real-Adaptionen sind Asterix und Obelix endgültig in der Moderne angekommen. Die visuelle Perfektion der aktuellen Animationsspektakel mag Puristen eher weniger befriedigen. Doch auch sie werden sich zusammen mit der CGI-geschulten Jugend, die es gar nicht anders kennt, über die doofen Römer mit ihren piepsigen Stimmen und ihrer unfähigen Kriegsführung amüsieren oder über die tiefenentspannten Gallier, die das Schlachtfeld diesmal ihren schlagkräftigen Frauen überlassen.

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