Urfin - Der Zauberer von OZ

Abenteuer | Russland 2017 | 91 Minuten

Regie: Fjodor Dimitriew

Die Enkelin des Mädchens Dorothy, das es einst ins zauberhafte Land Oz verschlug, tritt Jahrzehnte später dieselbe Reise an. Sie trifft auf alte Bekannte ihrer Großmutter wie Vogelscheuche, Blechmann und Löwe und muss gemeinsam mit diesen einen griesgrämigen Zauberer besiegen, der in Oz die Macht an sich gerissen hat. Der russische CGI-Animationsfilm spinnt die Geschichte des Klassikers „Der Zauberer von Oz“ fort, die in der Sowjetunion durch eigenständige Variationen des Autors Alexander Wolkow bekannt wurde. Da dem Film äußere Konflikte wichtiger sind als innere, kann er aber die Figuren nicht mit Leben füllen und weiß aus der magischen Welt kein Potenzial zu schlagen. - Ab 6.

Filmdaten

Originaltitel
URFIN DZHYUS I EGO DEREVYANNYE SOLDATY
Produktionsland
Russland
Produktionsjahr
2017
Regie
Fjodor Dimitriew · Darina Shmidt · Wladimir Toropchin
Buch
Alexander Bojarski
Musik
Mikhail Tschertischtschew
Länge
91 Minuten
Kinostart
16.05.2019
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 6.
Genre
Abenteuer | Action | Animation | Familienfilm | Fantasy | Literaturverfilmung
Diskussion

Russischer CGI-Animationsfilm, der den Stoff der klassischen amerikanischen Märchenbücher von Lyman Frank Baum und der Verfilmung von 1939 weiterspinnt: Dorothys Enkelin reist nach Oz und muss einen bösen Zauberer besiegen. Da dem Film äußere Konflikte wichtiger sind als innere, weiß er aus der magischen Welt wenig Potenzial zu schlagen.

Die silbern leuchtenden Ballerinas angezogen, dreimal mit den Hacken aneinandergeschlagen – und schon findet sich Dorothy mitsamt Hund Toto in Oz wieder. Nein, wir befinden uns nicht in Victor Flemings Klassiker Der Zauberer von Oz (oder „Das zauberhafte Land“), sondern in einem russischen Animationsfilm, der diese Geschichte weiterspinnt und dabei sowohl auf dem US-amerikanischen Originalstoff von Lyman Frank Baum beruht als auch auf den davon inspirierten Büchern „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ und „Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten“ des russischen Autors Alexander Wolkow.

Weil viele Jahre vergangen sind, seitdem Dorothy an der Seite der Vogelscheuche, des Blechmanns und des Löwen das magische Land von einer bösen Hexe befreit hat, ist es nun nicht mehr die mittlerweile zur Großmutter gewordene ursprüngliche Heldin, die die Reise antritt, sondern ihre gleichnamige Enkelin. Und die staunt nicht schlecht, als sie zum ersten Mal über die gelbe Steinstraße spaziert, hielt sie die Erzählungen der Großmutter doch lange Zeit für nichts mehr als ein Märchen.

Der Film verlässt sich auf die Bekanntheit der Originalstoffe

Musicaleinlagen gibt es in „Urfin“ nicht. Stattdessen versucht der Film, durch sein fantastisches Setting und Figurenpersonal zu beeindrucken. Doch leider gelingt ihm dies nicht. Zu sehr verlässt er sich darauf, dass die Originalstoffe schon bekannt sind und führt die an sich interessanten Figuren deshalb gar nicht mehr richtig ein. Sie dienen nur mehr als Stichwortgeber.

Sehnte sich ihre Großmutter nach nichts mehr, als wieder nach Hause zurückzukehren und wurde in Oz mit einer bösen Hexe konfrontiert, so gerät ihre Enkelin in „Urfin“ in die Intrige eines bösen Zauberers. Dieser hat das Schloss der Vogelscheuche erobert und genießt nun seine Macht. Angestiftet von einer fiesen Clownpuppe, die er mit magischem Staub zum Leben erweckt hat, hat er sich sogar eine Armee aus bösartigen Holzfiguren erschaffen, die seinen Willen im Land nun durchsetzen sollen.

Die unerfüllte Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung hat Urfin auf den falschen Weg geführt, ihn einsam und zornig gemacht. Doch auch diese Vorgeschichte, die eigentlich so wichtig wäre, handelt der Film überaus lieblos in der ersten Szene ab und offenbart damit, worum es ihm eigentlich geht: Nicht um die Figuren und deren innere Konflikte, sondern um Kämpfe und dramatische Szenen. Eine Stadt wird belagert, die Holzarmee unterdrückt die friedlichen Oz-Bewohner, die Helden landen in Verliesen. Echten Witz entfaltet „Urfin“ eigentlich nur zum Ende hin, wenn er mit einfachsten Mitteln sichtbar macht, wie ein Lächeln die Welt verändern kann.

Einfache Animationen, doch natürlich wirkende Figuren

Obwohl die Computeranimation sehr einfach gehalten ist, zeigen die meisten Figuren doch ein gutes Gespür für Bewegungen und kleine Gesten, die diese natürlich wirken lassen. Ausgerechnet Dorothy allerdings wirkt im Vergleich zu Urfin ziemlich leblos und puppenhaft. Ihr Gesicht ist zu glatt und zu makellos. Es sind eben doch die Schurken, die in Filmen oft die Helden überstrahlen.

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