Eden (2018)

Drama | Deutschland/Frankreich 2018 | 272 (Zwei bzw. sechs Folgen) Minuten

Regie: Dominik Moll

Sechsteilige französisch-deutsche Miniserie, die in fünf Handlungssträngen die europäische Flüchtlingsthematik aufgreift: Beim Versuch zweier nigerianischer Bewohner, aus einem Flüchtlingslager in Griechenland zu entkommen, ereignet sich ein Unglück; während der eine der beiden in das Netz krimineller Schlepper gerät, kämpfen die verantwortlichen Wachmänner mit ihrer Schuld, zudem setzt der Vorfall auch die Betreiberin des Lagers unter Druck. In Deutschland und Frankreich ringen derweil syrische Flüchtlinge um ihre Integration und mit ihren traumatischen Erinnerungen. Die gut recherchierte Miniserie vermittelt trotz manchen Zugeständnissen an Fernsehkonventionen die Komplexität des brisanten Themas. Gerade in der Konfrontation der alteingesessenen Europäer mit den Flüchtlingsschicksalen gelingen zudem immer wieder intensive Beobachtungen. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
EDEN
Produktionsland
Deutschland/Frankreich
Produktionsjahr
2018
Regie
Dominik Moll
Buch
Constantin Lieb · Dominik Moll · Edward Berger · Nele Mueller-Stöfen · Pierre Linhart
Kamera
Patrick Ghiringhelli
Musik
Adrian Johnston
Schnitt
Laurent Rouan
Darsteller
Sylvie Testud (Hélène) · Juliane Köhler (Silke) · Wolfram Koch (Jürgen) · Trystan Pütter (Marc Walser) · Maxim Khalil (Hamid)
Länge
272 (Zwei bzw. sechs Folgen) Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama | Serie

Heimkino

Verleih DVD
Eurovideo
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Diskussion
Inszeniert von Dominik Moll und unter anderem von ihm, Edward Berger, Nele Mueller-Stöfen und Jano Ben Chaabane geschrieben, greift die Miniserie „Eden“ in fünf Handlungssträngen die Flüchtlingsthematik auf. So wird beispielhaft das Schicksal syrischer Flüchtlinge aufgegriffen, die in Europa den titelgebenden Sehnsuchtsort sehen: Der junge Bassam (Adnan Jafar) wird von einer deutschen Familie in Mannheim aufgenommen, wo sein Lerneifer den Gastgebern (Juliane Köhler, Wolfram Koch) die Faulheit des eigenen Sohns erst richtig bewusst macht. Bassams Tante und ihre Familie versuchen derweil, in Paris Fuß zu fassen, fühlen sich aber als Dissidenten weiterhin nicht sicher vor den Schergen Assads. Ein weiterer Großteil der Handlung spielt schließlich in Griechenland rund um ein privat geführtes Flüchtlingslager: Die französische Betreiberin (Sylvie Testud) hat ein Netzwerk aus Unterstützern aufgebaut, das sich allerdings durch einen Vorfall als fragil erweist. Beim Versuch zweier nigerianischer Flüchtlinge, aus dem Lager wegzulaufen, kommt der eine ums Leben: Während sein Bruder Amare (Joshua Edoze) sich allein weiter durchschlägt und in das Netz krimineller „Helfer“ gerät, ringen die für das Camp verantwortlichen Wachmänner mit ihrem Anteil an dem Unglücksfall. Die gut recherchierte, mit erfahrenen Schauspielern ebenso wie mit überzeugenden Laiendarstellern besetzte Miniserie vermittelt trotz manchen Zugeständnissen an Fernsehkonventionen die Komplexität des brisanten Themas. Gerade in der Konfrontation der alteingesessenen Europäer mit den Flüchtlingsschicksalen gelingen den sechs Folgen zudem immer wieder intensive Beobachtungen.
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