Drama | Deutschland 2018 | 82 Minuten

Regie: Anatol Schuster

Eine 90-jährige jüdische Frau möchte ihrem Leben ein Ende setzen, findet aber unter ihren zahlreichen Berliner Bekannten und Verwandten niemanden, der ihr helfen kann oder will. Als sie die Clique ihrer Enkeltochter kennenlernt, findet sie ganz selbstverständlich Anschluss an die feierfreudigen jungen Menschen, was ihre Todessehnsucht zumindest für eine Weile aufschiebt. Federleicht und lakonisch erzählter, lebensbejahender Film, der mit wunderbar trockenem Humor, einer stilbewussten Bildsprache und einer sorgfältigen Tonebene aufwartet. Der dokumentarisch anmutende Blick wird durch die grandiose Präsenz der Laien-Hauptdarstellerin unterstützt, die Witz, Charisma und Chuzpe in das liebevolle Porträt hineinbringt. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Anatol Schuster
Buch
Anatol Schuster
Kamera
Adrian Campean
Musik
Konstantin Schimanowski
Schnitt
Sarah Marie Franke · Anatol Schuster
Darsteller
Ahuva Sommerfeld (Frau Stern) · Kara Schröder (Elli) · Nirit Sommerfeld (Ellis Mutter) · Robert Schupp (Moderator) · Murat Seven (Friseur)
Länge
82 Minuten
Kinostart
29.08.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama | Komödie
Diskussion

Federleicht und lakonisch erzählte, lebensbejahende dramatische Komödie über eine 90-jährige Berliner Jüdin, die ihren Sterbewunsch nach der Integration in die Clique ihrer Enkelin noch einmal aufschiebt.

Wie sie es mit 90 Jahren noch schaffe, so jung zu sein, fragt der nach rührseligen Geschichten gierende Fernsehmoderator im Vorgespräch zum Interview. Ob es ihr Glaube sei, der sie jung halte? Frau Stern antwortet darauf nur mit einem lauten, scheppernden Raucherlachen. Als der dreiste TV-Talker dann später während der Fernseh-Aufzeichnung erneut gefühlige Stories über den Holocaust und Frau Sterns angeblichen Glauben auspackt, wird diese dann doch mal kurz ungehalten. Raunzt ihm ein „Was für ein Schwachsinn!“ hin und verlässt kurzerhand das TV-Studio.

Denn nichts liegt Frau Stern ferner als Schwulst und Pathos. Die betagte Dame ist vielmehr ein Freund der klaren, nüchternen Worte: Dass sie sterben will und eine Waffe braucht, erzählt sie zum Beispiel jedem, der ihr über den Weg läuft. Ein Mensch solle abtreten, solange er das noch selbst bestimmen kann, findet sie. Außerdem hat sie jetzt einfach genug Leben gehabt: De

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