Cold Blood Legacy

Action | Frankreich 2019 | 88 Minuten

Regie: Frédéric Petitjean

Zehn Monate nach seinem letzten Job hat sich ein Auftragskiller in die schneebedeckte Wildnis der Rocky Mountains im US-Staat Washington zurückgezogen. Doch plötzlich wird seine Ruhe von einer jungen Frau gestört, die in der Nähe seiner Hütte mit ihrem Schneemobil verunglückt. Der Profikiller pflegt die schwerverletzte Frau, deren Grund für den Aufenthalt in den Rocky Mountains zunächst unklar ist. Lustlos inszenierter Thriller, der die Klischees des berufsmüden Auftragsmörders noch einmal aufwärmt und in bedeutungsschwangeren, banalen Dialogen diskutiert. Trotz des breiten Cinemascope-Formats findet der Film für die schneebedeckte Landschaft, für ihre Kälte und Lebensfeindlichkeit keine aufregenden Bilder. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
COLD BLOOD LEGACY
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2019
Regie
Frédéric Petitjean
Buch
Frédéric Petitjean
Kamera
Thierry Arbogast
Musik
Xavier Berthelot
Schnitt
Viktor Onysko
Darsteller
Jean Reno (Henry) · Sarah Lind (Melody) · Joe Anderson (Kappa) · David Gyasi (Malcolm) · Ihor Ciszkewycz (Davies)
Länge
88 Minuten
Kinostart
-
Fsk
12
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Action | Thriller

Heimkino

Das Bonusmaterial umfasst ein halbstündiges Making-Of mit Hintergrundberichten von den Dreharbeiten und Interviews mit den Beteiligten.

Verleih DVD
Ascot Elite
Verleih Blu-ray
Ascot Elite
DVD kaufen
Diskussion

Jean Reno liefert eine Variation seiner seit "Léon - Der Profi" gepflegten Paraderolle als berufsmüder Auftragskiller.

Henry (Jean Reno) ist ein Auftragsmörder, ein verdammt guter sogar. Sein letzter Job, das enthüllt nach wenigen Minuten eine kurze Rückblende, führte ihn vor zehn Monaten in einen Fitnessclub mit angeschlossener Sauna. Während das Wasser laut zischt und aufsteigender Dampf die Sicht versperrt, erschießt er mit Schalldämpfer einen Mann, die Pistole hatte er zuvor mit einer tiefgekühlten Patrone gefüllt. Keine Fingerabdrücke, keine Spuren für die Ballistiker – Henry versteht sein Handwerk. Nun lebt er einsam und allein in einer Hütte am See, mitten in der schneebedeckten Wildnis des Washington State. Hier sei es so kalt, dass es weh tue, wie ein Hotelbesitzer einmal anmerkt.

In der Zwischenzeit hat der Zuschauer eine junge Frau namens Melody kennen gelernt, die mit wenigen Worten und viel Bargeld erst ein Taxi, dann ein Schnee-Mobil mietet. Plötzlich baut sie einen Unfall, und zwar nah genug an Henrys Hütte, damit er sie entdecken kann. Er trägt die schwerverletzte junge Frau zu sich nach Hause und pflegt ihre Wunden und Brüche. Währenddessen führt der Film eine weitere Figur ein, den Detektiv Kappa nämlich, der Henrys letzten Mord lösen will. In der Folge versucht der Film von Frédéric Petitjean aus mehreren Fragen Spannung zu beziehen: Kann Melody der Fürsorge Henrys vertrauen? Wird Henry herausfinden, was sie mit dem Schneemobil in den Rocky Mountains wollte? Und wird Kappa rechtzeitig bei Henrys Hütte eintreffen?

Eine zum Klischee erstarrte Killer-Figur

Zahlreiche wortkarge und coole Killer hat Jean Reno seit 1994, seit Luc Bessons „Léon – Der Profi, schon gegeben. Doch wortkarg und cool ist manchmal nicht genug. Auch Auftragskiller, und seien sie noch so ernsthaft und verschlossen, brauchen einen Funken Leben und ein bisschen Hintergrund, damit der Zuschauer sich für sie interessieren kann. Jean Reno hingegen stapft wie ein Schlafwandler durch den Schnee, gelegentlich liest er am wärmenden Kaminfeuer in Sunzis „The Art of War“, das mit seiner Essenz auch auf Situationen wie diese passen könnte. Reno verkörpert einmal mehr das Klischee des belesenen, berufsmüden Auftragskillers, der für seinen Lebensekel eine Lösung finden muss.

Ein Lebensekel, der sich in oftmals bedeutungsschwangeren, banalen und albernen Dialogen äußert. Manchmal klingen sie so abwegig und unnatürlich, dass man sich fragt, wo Petitjean, der auch das Drehbuch schrieb, sein Gespür für Situationen und Lebensechtheit gelassen hat. Das gilt insbesondere für jene Szene, in der die demenzkranke Ehefrau des Todesopfers mit einer Weisheit und Eloquenz über die Absurdität des ständigen Vergessens spricht, die unrealistischer nicht sein könnte. Nicht zu vergessen das lähmende Philosophieren über einen einsam umherstreifenden Wolf, der den „Geschmack des Blutes seiner Opfer nie vergessen wird“.

Kameramann Thierry Arbogast hat mit Jean Reno schon bei „Leon – Der Profi“ und „Die purpurnen Flüsse“ zusammengearbeitet. Doch hier findet er trotz des breiten Cinemascope-Formats für die schneebedeckte Landschaft, für ihre Kälte und Lebensfeindlichkeit, keine aufregenden Bilder. Ein paar Hubschrauberaufnahmen von weißen Waldwegen, dann die forcierte Originalität der Sauna-Szene (die übrigens aus Don Siegels „Der Henker ist unterwegs“ geklaut ist) – das war’s auch schon. Die nordwestamerikanische Wildnis wurde in den ukrainischen Karpaten nachgestellt, ein Gefühl für Weite und Bedrohlichkeit entsteht so nie. Was bleibt, ist ein langweiliger, lustlos gespielter und lustlos inszenierter Thriller, der auch Reno-Fans nicht zufriedenstellen kann.

Kommentar verfassen

Kommentieren