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Über uns das All

Dienstag, 21.07.2020

Kühnes, verwegenes Drama über das Verhalten einer Trauernden jenseits jeder Konvention - bis 29.8. in der ARD Mediathek

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Die junge, glücklich verheiratete Englischlehrerin Martha (Sandra Hüller) steht vor den Scherben ihres Lebens, als ihr die Polizei vom Selbstmord ihres Mannes Paul (Felix Knopp) berichtet. Sie weigert sich, die Konsequenzen für ihr Leben anzuerkennen, und macht mit einem anderen Mann (Georg Friedrich) dort weiter, wo sie der Tote zurückgelassen hat.

Der Regisseur Jan Schomburg legt sein Drama kühn und verwegen an, indem er mit souveräner Konsequenz nichts erklärt, sondern durch ein gewitzt-raffiniertes Pingpong-Spiel mit präzisen, betont knappen Dialogzeilen, Detailbeobachtungen und Kameraeinstellungen die ungewöhnliche Auflösung einer Katastrophe skizziert. Das durchtriebene Konzept geht auf, vor allem weil die herausragende Hauptdarstellerin ihrer Figur eine elastische Vielgestaltigkeit verleiht. Ein grandioser, minimalistisch-konzentrierter Wurf mit großem Potenzial für Kontroversen angesichts befremdlicher Verhaltensweisen und einem Verzicht auf psychologisch greifbare Trauerarbeit. – Sehenswert ab 16.

Hier geht es zum Film in der ARD Mediathek

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