© arte/Agat Films et Cie

Ein Mädchen

Doku über einen Jungen, der sich als Mädchen fühlt - bis 8.8. in der arte-Mediathek

Veröffentlicht am
12. April 2024
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„Ein Mädchen“ erzählt die Geschichte von Sasha, einem kleinen Jungen, der sich als Mädchen fühlt und sich dem widersetzt, was seine Umgebung aufgrund seines Geschlechts von ihm erwartet. Seit seinem dritten Lebensjahr lebt Sasha, unterstützt von seiner Mutter, als Mädchen.

Der französische Regisseur Sébastien Lifshitz hat Sashas Familie ein Jahr lang in ihrem Alltag in Laon im französischen Departement Aisne begleitet. Die Kamera beobachtet, wie unermüdlich die Eltern und Geschwister versuchen, für Sashas Andersartigkeit Verständnis zu schaffen. Seine Mutter Karine, eine kämpferische Frau, liebt und verteidigt ihr Kind bedingungslos. Dank der Liebe seiner Familie und des gegenseitigen Vertrauens kann Sasha zuhause als Mädchen leben, doch außerhalb wird ihr wenig Verständnis entgegengebracht. Ballettunterricht, mit Puppen spielen, Freundinnen einladen; lauter alltägliche Dinge, die meist Mädchen zugestanden werden, rufen den Widerstand von Lehrerinnen und Lehrer hervor. Die Gesellschaft ist noch weit davon entfernt, zu akzeptieren, dass ein als Junge geborenes Kind sich in seinem tiefsten Innern als Mädchen fühlt.

Um Sasha beizustehen, hat ihre Mutter in einem Pariser Krankenhaus einen Termin bei einer Pädopsychiaterin vereinbart, die auf Fragen der Geschlechtsidentität spezialisiert ist. Hier kann Sasha über ihre Gefühle sprechen. Die Erkenntnis, dass sie nicht als Einzige in dieser Situation ist, eröffnet ihr eine neue Welt mit der Perspektive, so zu leben, wie sie ist und endlich glücklich zu sein.

Der ungewöhnlich sensibel gefilmte Dokumentarfilm räumt Vorurteile gegenüber Menschen mit Transidentität aus dem Weg. Die Inszenierung konzentriert sich dabei auf den Kampf der Familie, insbesondere der Mutter, die mit Herz und Verstand um die Akzeptanz ihres Kindes kämpft. – Ab 16.

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