Wie viele Überlebende des Holocaust wollte auch Yoram Fridman lange nicht an die Traumata der NS-Zeit erinnert werden. Es dauerte ein halbes Jahrhundert, ehe er die Geschichte seiner Flucht aus dem Warschauer Ghetto dem Schriftsteller Uri Orlev erzählte, der daraus den titelgleichen Jugendroman schuf, der 2013 von Pepe Danquart verfilmt wurde.
Im Film heißt der Protagonist Srulik (Andrzej Tkarcz). Er ist das jüngste Kind eines polnischen Bäckers nahe Warschau, der zusammen mit seiner Familie ins Ghetto deportiert wurde. Im Sommer 1942 gelingt dem neunjährigen Jungen während einer Massendeportation die Flucht. Er irrt verloren durch die Wälder, bis er von einer Bauernfamilie aufgenommen wird. So wie es ihm sein Vater eindringlich auftrug, tarnt er sich als katholischer Waisenjunge, der sich fortan Jurek nennt. Allerdings muss er immer wieder fliehen, wenn seine wahre Herkunft aufgedeckt zu werden droht. Dabei verliert er durch einen Unfall einen Arm, findet in einem Schmied aber einen väterlichen Helfer, der sich rührend um ihn kümmert.
Als er nach dem Krieg als Zwölfjähriger in ein jüdisches Kinderheim nach Warschau geholt werden soll, weigert er sich zunächst, weil er ganz in seiner neuen Rolle als Jurek aufgegangen ist; erst als er Jiddisch vernimmt, erinnert er sich an die Maxime seines Vaters, nie seine Wurzeln zu vergessen, und willigt ein.
Die Inszenierung folgte ursprünglich der Chronologie der im Roman geschilderten Ereignisse, gab diese aber aus dramaturgischen Gründen während der Postproduktion für eine Rückblenden-Struktur auf. Im Zentrum des Films stehen der Identitätskonflikt zwischen jüdischer Herkunft und christlicher Tarnung, aber auch der psychische Überlebenskampf eines Kindes, das stets aufs Neue mit seiner Vernichtung konfrontiert wird. – Ab 14.