Statistisch gesehen trinkt jeder Deutsche im Jahr rund zehn Liter reinen Alkohol; in Russland sieht es nicht viel anders aus. Die Regisseurin Elizaveta Snagovskaia begleitet vier Menschen aus beiden Ländern, die zu viel trinken, sich darüber auch im Klaren sind und sich zum Ziel gesetzt haben, wenigstens eine Zeitlang auf den Alkohol zu verzichten. Die Deutschen Lisa und Thomas sowie die Russen Jenya und Boris entstammen dabei unterschiedlichen Schichten und leben unter Umständen, die wenig miteinander gemein haben, sodass sich ein informativer Querschnitt ergibt.
Zudem kommt der Dokumentarfilm allen vier Hauptfiguren sehr nahe. Er zeigt ihre Fort- und auch Rückschritte, ohne jenseits der Selbstaussagen und kurzer Gespräche ihr Verhalten zu kommentieren. Dabei problematisiert die Regisseurin unaufdringlich auch ihren eigenen Alkoholkonsum. Besonders eindrücklich vermittelt sich die manchmal unterstützende, oft aber auch destruktive Rolle von Freunden, die mit dem Kleinreden des Wunsches nach Abstinenz die eigene Sucht zu überspielen scheinen. – Ab 14.