Romuald Karmakars knapp dreistündiger Film ist alles andere als eine der üblichen Zoo-Doku(soaps). In langen, statischen Einstellungen, die teilweise an die Arbeiten von James Benning erinnern, vermisst Karmakar so materiell-konkret wie abstrakt den Tierpark des Zoos in Zürich als Betrieb und Lebensraum, als eine Welt, in der der Mensch Arrangeur und Zuschauer zugleich ist; bemüht, möglichst nicht selbst Teil des Bildes zu sein, das er geschaffen hat und das er rezipiert.
Die Inszenierung sieht dabei von allem Persönlichen ab, sowohl bei den Menschen wie bei den Tieren, und beschränkt sich aufs reine Beobachten. Kein Kommentar gibt letzte Gewissheit, Sachinformationen vermitteln nur die Besprechungsszenen der Teams. Zwischen die Totalen sind die Großaufnahmen von Tiergesichtern geschnitten, oft bestimmt der Blick des individuellen Tiers die Dauer, etwa wenn die Kamera wartet, bis eine Schneeeule die Augen öffnet oder ein Krokodil sie schließt. Eine Pointe liefert zudem die pandemiebedingte Zooschließung im März 2020, wenn die Tiere in die menschenleeren Gänge blicken und sich von selbst die Frage aufdrängt, was ein Zoo ohne Menschen ist. – Sehenswert ab 14.