Als Harold Fry (Jim Broadbent), ein unauffälliger Mann in den Sechzigern, einen handgeschriebenen Brief seiner ehemalige Freundin Queenie Hennessy (Linda Bassett) erhält, die sich von ihm verabschiedet, weil sie an Krebs erkrankt ist, macht er sich auf eine Fußwanderung quer durch England, weil er glaubt, sie dadurch heilen zu können. Ohne Geld, Handy oder EC-Karte bricht er in Kingsbridge in der Grafschaft Devon auf, um Richtung Norden bis nach Berwick-upon-Tweed an der schottischen Grenze zu laufen. Bald werden die Medien auf den Mann auf der privaten Pilgerschaft aufmerksam und er findet Mitwanderer. Seine Frau (Penelope Wilton), die er zuhause zurückgelassen und bezüglich seines Wanderunternehmens vor vollendete Tatsachen gestellt hat, ist derweil alles andere als glücklich über die Situation.
Die elegisch gefilmte Erzählung von Hettie MacDonald handelt mit viel Sinn für introspektive Umwege und einem entwaffnenden Hauptdarsteller von verdrängten Schuldgefühlen, Erlösung und Versöhnung. Der Übergang vom poetisch-stoischen Lebenslob zur metaphysischen Besinnung gerät dabei manchmal etwas forciert, doch angesichts des feinen englischen Humors und vieler spannender Begegnungen fällt es kaum ins Gewicht. - Ab 14.