„Ein Filmemacher, der die Freiheit jenseits des Zeitgeistes sucht“: So charakterisierte Autor Karsten Munt Kevin Costner in einem Werkporträt des Stars anlässlich des Kinostarts seines Westernepos „Horizon“. Der 1955 geborene Kalifornier, der zunächst in den 1980ern als Schauspieler reüssierte und 1990 mit seinem mehrfach „Oscar“-gekrönten Western „Der mit dem Wolf tanzt“ sein fulminantes Regiedebüt gab, gehört zu den Hollywoodgrößen, die wenig nach Popularität schielen, sondern ihr eigenes Ding machen. Und in Costners Fall geht es dabei nicht zuletzt um die Revision des amerikanischen Mythos.
Ein Themenabend bei arte widmet Costner nun ein Double Feature aus einem Spielfilm und einem dokumentarischen Porträt. Um 20.15 läuft „Perfect World“ aus dem Jahr 1993 – keine eigene Regiearbeit Costners, sondern eine Zusammenarbeit mit Clint Eastwood, der hier vor der Kamera als Costners Kontrahent zu sehen ist und zugleich hinter der Kamera Regie führt. Costner spielt einen Gangster, der aus dem Gefängnis ausbricht und auf der Flucht einen Siebenjährigen als Geisel nimmt; Eastwood verkörpert einen alten Texas Ranger, der die Verfolgung der beiden aufnimmt. Der Fokus liegt dabei nicht zuletzt auf der sich entwickelnden Beziehung zwischen dem Verbrecher und seiner kleinen Geisel, die immer mehr Züge einer Ersatzvater-Sohn-Bindung annimmt.
Im Anschluss um 22.25 zeigt arte die Doku „Kevin Costner und der Western“, die das Verhältnis des Stars zu dem Genre beleuchtet, das in seiner Karriere die größte Rolle spielt und dem vor allem seine Regiearbeiten sich immer wieder gewidmet haben.