Mikael Persbrandt in „Hammarskjöld - Kampf für den Frieden“
Mikael Persbrandt in „Hammarskjöld - Kampf für den Frieden“ (© ZDF/Charlie Sperring)

Hammarskjöld - Kampf für den Frieden (3sat)

Solide Filmbiografie des schwedischen Diplomaten und UN-Generalsekretärs - am 11.9., 22.25-00.10 Uhr, auf 3sat (Erstausstrahlung)

Veröffentlicht am
21.08.2026 - 15:47:58
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Der schwedische Diplomat und Ökonom Dag Hammarskjöld (1905-1961) wurde 1953 der zweite Generalsekretär der noch jungen Vereinten Nationen. Obwohl der internationale Staatenbund damals wie heute weit von dem Friedensgaranten und politischem Modellcharakter entfernt war, wie sie sich die UN gerne selbst zuschreibt, gilt Hammarskjöld als einer ihrer erfolgreichsten Vorsitzenden. So stellte er mit seiner Diplomatie der Hartnäckigkeit statt Härte entscheidende politische Weichen. Doch die damals nach Unabhängigkeit strebenden afrikanischen Kolonialstaaten wurden zur Bewährungsprobe für die Bemühungen der UN.

Die Filmbiografie von Per Fly setzt bei der Krise um die neu gegründete Demokratische Republik Kongo an. Die ausgebootete belgische Kolonialmacht kommt den Friedensverhandlungen in die Quere, die Provinz Katanga will sich abspalten, die Stellung des ersten Präsidenten Patrice Lumumba ist höchst prekär. Hammarskjöld (Mikael Persbrandt) setzt erstmals UN-Truppen ein, um den Frieden zu sichern, doch all sein Einsatz droht vergeblich zu sein.

Der Film will Hammarskjölds Sonderstatus als Diplomat herausarbeiten und setzt ihn als zurückhaltenden, vorsichtig seine Möglichkeiten abwiegenden Pragmatiker in Szene. In einigen Seitensträngen weicht das Drehbuch auch von den historischen Vorgaben ab – ein alter Freund, über den auf die Gerüchte um Homosexualität angespielt, ist beispielsweise frei erfunden – oder forciert Thriller-Aspekte. Am überzeugendsten ist der Film aber dort, wo er gute Argumente dafür liefert, dass sorgfältige Erwägungen für diplomatische Fortschritte erfolgversprechender sind als aktivistische Vorstöße oder halbgare Symbolpolitik. – Ab 14.

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