In einer von künstlicher Intelligenz beherrschten Zukunft lässt eine Frau (Léa Seydoux) ihre DNS reinigen, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Während des Verfahrens, das sie in eine Art Cyborg verwandelt, lässt sie ihre früheren Leben Revue passieren. So trifft sie in den distinguierten Kreisen des Pariser Großbürgertums von 1910 auf den Engländer Louis (George MacKay), den sie scheinbar schon kennt, auch wenn sie sich nicht richtig erinnern kann. Die beiden reflektieren über das Leben, die Kunst und die Furcht vor dem, was noch kommen könnte.
Der mitunter eher assoziativ strukturierte als einer herkömmlichen Handlung folgende Film von Bertrand Bonello kombiniert die Henry-James-Erzählung „Das Tier im Dschungel“ mit Science-Fiction-Motiven über den Verlust des Menschlichen. Zwar bleibt der kulturpessimistische Ansatz vereinzelt etwas thesenhaft, doch verbindet der Film eine spannende Reflexion über die Liebe mit albtraumhaften Szenarien, dramatisch dichten Momenten und einem Plädoyer für die menschliche Gefühlswelt in all ihrer Ambivalenz und Abgründigkeit. – Sehenswert ab 16.