Das Phantom von Bonn

- | Deutschland 1996 | 87 Minuten

Regie: Claus Strobel

Über den deutschen Geheimdiplomaten Edmund F. Dräcker existiert im Auswärtigen Amt eine umfangreiche Personalakte, die eine eindrucksvolle, gleichwohl schillernde Karriere dokumentiert. 1967 allerdings behauptete der "Spiegel", Dräcker sei eine fiktive Figur. Der Film entwickelt aus der Thematik eine geschickt arrangierte Collage aus Zeitzeugen-Interviews, Spielszenen und historischen Originalaufnahmen. Seine Absichten werden indes nicht ganz klar, weil die formale Gestaltung immer wieder den Verdacht nahelegt, es insgesamt mit einer Erfindung zu tun zu haben. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
1996
Regie
Claus Strobel
Buch
Claus Strobel
Kamera
Dragan Rogulj
Schnitt
Erich Rohlf
Darsteller
Hermann Lause (Edmund F. Dräcker) · Charles Brauer (Karl M. Bödinger) · Jürgen Schmidt (Ferdinand Bickers) · Loni von Friedl (Anna Dräcker) · Wanja Mues (Hasso von Etzdorf)
Länge
87 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Diskussion
Politische Satire ist in Deutschland aus vielen Gründen der Kleinkunst vorbehalten, weshalb sich halbherzige filmische Versuche wie etwa "Schtonk" (fd 29 455) oder "Peanuts - Die Bank zahlt alles" (fd 31 834) bis zur Unkenntlichkeit als Komödie tarnen oder aber als Dokumentarfilm verkleiden. Selbst ein Filmemacher wie Claus Strobel zwängt seine Recherche nach dem ominösen deutschen Geheimdiplomaten Edmund F. Dräcker ins spröde Gewand nüchterner Fakten, hinter denen sich das ironische Potential seines Stoffes nur zögerlich erschließt. Wie schon in "Ich bin nicht Gott, aber wie Gott" (fd 31 450) sucht Strobel mit einer Mischung aus Zeitzeugen-Interviews, inszenierten Spielszenen und historischen Originalaufnahmen Zugang zu einem Phänomen, das in der Bundesrepublik Deutschland mehrere Jahrzehnte die schillerndsten Medien-Blüten trieb: zur wundersamen Karriere eines Mannes, der angeblich am 1. April 1988 in Ostpreußen geboren wurde, sich

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