Fight Club

- | USA 1999 | 139 (DVD: 131 & 133, BD 139:) Minuten

Regie: David Fincher

Die modernistisch aufgefütterte Variante des Dr. Jekyll-und-Mr. Hyde-Themas: Ein frustrierter Büroangestellter steigt aus seinem Alltagstrott aus und gründet mit einem sinistren Handelsvertreter den Männerbund "Fight Club", der um des Adrenalinrauschs willen brachiale Faustkämpfe ausrichtet und sich bald zur Privatarmee ausweitet. Als der Held die Dimension der Verschwörung erahnt, will er sie eindämmen, muss aber feststellen, dass er mit seinem Gegenspieler identisch ist. Der Film verrät den ambitionierten Wunsch, eine Synthese aus groß angelegter Hollywood-Produktion und europäischem Autorenkino herbeizuführen, um damit etwas Drittes, völlig Neues zu schaffen. Ein trotz seines Scheiterns achtbares Unterfangen.

Filmdaten

Originaltitel
FIGHT CLUB
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1999
Regie
David Fincher
Buch
Jim Uhls
Kamera
Jeff Cronenweth
Musik
The Dust Brothers
Schnitt
James Haygood
Darsteller
Edward Norton (Erzähler) · Brad Pitt (Tyler Durden) · Meat Loaf Aday (Robert Paulsen) · Helena Bonham Carter (Marla Singer) · Jared Leto (Angel Face)
Länge
139 (DVD: 131 & 133, BD 139:) Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 18; f (DVD ab 16 & ab 18)

Heimkino

Während die erste Auflage der deutschen DVD und die 2005 erschienen "FSK 16"-Edition keine bemerkenswerten Extras aufweist, überzeugt die "Special Edition" (2 DVDs) durch mustergültige Extras: Auf der Bonus-Disc hat man erstmalig die Möglichkeit, interaktiv mit dem Film zu spielen: In einem fast schon internet-artigen Menüaufbau kann man extensiv durch Bilder, Zeichnungen, "Behind the Scene"-Ausschnitte, 15 Trailer, Musikvideos und vieles mehr surfen. Die interaktive Struktur ermöglicht es u.a., Produktionsprozessen aus verschiedenen Blickwinkeln zu folgen, den Vorspann mit unterschiedlicher Musik zu unterlegen, un- und umgeschnittene Sequenzen zu vergleichen; all dies (optional) mit den Kommentaren der Verantwortlichen. Der Film besitzt einen dt. untertitelbaren Audiokommentar des Regisseurs und der drei Hauptdarsteller. Gegenüber der herausragend gestalteten US-Special-Edition fehlen einige Trailer sowie drei der vier Audiokommentare; damit entgeht einem die Gelegenheit, den Film gemeinsam mit dem Autor der Buchvorlage (Chuk Palahniuk) und dem Drehbuchschreiber (Jim Uhls) zu betrachten. Die Special Edition (Fox) ist dennoch mit dem Silberling 2003 ausgezeichnet. Die 2007 erschienen Special Edition (2 DVDs) von Kinowelt ist in puncto Extras nun mit der amerikanischen DVD nahezu identisch. Diese Edition ist 2007 ebenfalls mit dem Silberling ausgezeichnet. Die 2008 erschienene Single Edition von Kinowelt enthält bei deutlich abgespeckten Extras zumindest alle vier Audiokommentare. Die ebenfalls 2008 erschienene Blu-ray ist bezüglich der Extras mit der Special Edition (Kinowelt) vergleichbar.

Verleih DVD
Fox (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.), Kinowelt (16:9, 2.35:1, DD6.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Kinowelt (16:9, 2.35:1, dtsHD7.1 engl./dt.)
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Diskussion
Mit künstlich zurückgehaltenen Informationen ist es so eine Sache. Was man einem Stanley Kubrick gern nachsah, wirkt bei anderen Regisseuren wie eine Marotte, bestenfalls wie ein oberflächlicher Werbegag. In Hollywood freilich scheint die Lancierung von Gerüchten und Heimlichkeiten im Vorfeld von Filmstarts inzwischen zum festen Bestandteil der PR-Konzeption zu werden. Nach dem Schweigegelübde vor der Premiere von „Eyes Wide Shut“ (fd 33 836), nach dem Internet-Hype von „The Blair Witch Project“ und dem Verschweigen des Endes von „The Sixth Sense“ gibt es nun auch Brimborium um David Finchers „Fight Club“. Hier verlegte man sich nämlich darauf, in sämtlichen Ankündigungen auf Inhaltsangaben zum Film zu verzichten. Allerdings stellt sich die Frage, was das für einen Sinn haben soll, wo doch die Romanvorlage seit Jahren im Handel ist und sich auch im Internet jede Menge Hintergrundmaterial findet (http:/ www.fightclub.com). Die ominöse Verschwiegenheit korrespondiert zwar teilweise mit dem Inhalt des Films, wirkt aber aufgesetzt. Da man sich an dieser Geheimniskrämerei nicht beteiligen muss, Folgendes im Schnelldurchlauf: Der Ich-Erzähler lebt

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