Science-Fiction | Österreich/Frankreich/Deutschland 2003 | 113 Minuten

Regie: Michael Haneke

Lose verbundene Szenen um einige Menschen, die sich nach dem Zusammenbruch der öffentlichen Strukturen auf einem ländlichen Bahnhof zusammenrotten und auf einen Zug warten. Eine zwischen anarchischen Gewaltausbrüchen und unheilvoller Pogrom-Stimmung changierende Parabel über eine gesetz- und normlose Zeit, die distanzlos mit einer Extremsituation konfrontiert und traditionelle Erwartungshaltungen unterläuft. Auffällig ist das Fehlen konkreter sozialer oder gesellschaftlicher Kontexte, was den moralischen Gestus des Films und seines Regisseurs Michael Haneke in Frage stellt.

Filmdaten

Originaltitel
LE TEMPS DU LOUP
Produktionsland
Österreich/Frankreich/Deutschland
Produktionsjahr
2003
Regie
Michael Haneke
Buch
Michael Haneke
Kamera
Jürgen Jürges
Schnitt
Monika Willi · Nadine Muse
Darsteller
Isabelle Huppert (Anne) · Maurice Bénichou (Monsieur Azoulay) · Lucas Biscombe (Ben) · Patrice Chéreau (Thomas Brandt) · Béatrice Dalle (Lise Brandt)
Länge
113 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Genre
Science-Fiction | Drama

Heimkino

Verleih DVD
absolut Medien (16:9, 2.35:1/DD2.0 frz./dt.)
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Diskussion
Eine lange Autofahrt durch ein ausgedehntes Waldgebiet. Eine offenbar gut situierte Familie fährt in ihr abgelegenes Ferienhaus. Die Kamera bleibt auf Distanz, wodurch der dichte Baumbestand fast wie ein undurchdringliches Gitterwerk erscheint. Im Ferienhaus angekommen, wird die Familie überraschenderweise von einer anderen, ärmlich gekleideten, aber mit einem Gewehr bewaffneten Familie empfangen. Die Stimmung ist explosiv, der bürgerliche Familienvater versucht, die Situation souverän aufzulösen, doch dann fällt ein Schuss – und unvermittelt befindet sich die traumatisierte Mutter mit ihren beiden Kindern, einem Fahrrad und einem Koffer auf der Flucht. Auf ihrem Irrweg durch eine menschenleere, strukturschwache und zudem pittoresk neblige Gegend treffen sie nach und nach auf andere Flüchtlinge, die schließlich gemeinsam an einem verlassenen Bahnhof auf einen rettenden Zug warten. Irgendetwas Rätselhaftes ist geschehen, munkelt man. Genaueres erfährt man aber nicht: „Wolfzeit“ ist so schweigs

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