Dieses Jahr in Czernowitz

Dokumentarfilm | Deutschland 2004 | 134 Minuten

Regie: Volker Koepp

Fünf Jahre nach seinem Film "Herr Zwilling und Frau Zuckermann" kehrt Volker Koepp in das Grenzland der Bukowina zurück. Gemeinsam mit Interviewpartnern aus Wien, Berlin, New York und Czernowitz in der heutigen Ukraine fragt er nach der Bedeutung des Wortes Heimat, dem konkreten geografischen Ort und dem Ort in der Seele. Dabei erschließen sich Lebensgeschichten, die Auskunft geben über Brüche des 20. Jahrhunderts, Flucht und Vertreibung, das Grauen und die Widerstandskraft der Menschen. Erneut erweist sich der Regisseur als Meister der zur Metapher verdichteten Beobachtung, verknüpft Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, erschließt das Thema zeitgeschichtlich, philosophisch und zugleich emotional. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2004
Regie
Volker Koepp
Buch
Volker Koepp
Kamera
Thomas Plenert · Susanne Schüle
Schnitt
Angelika Arnold
Länge
134 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Dokumentarfilm

Diskussion
Volker Koepp hat den Film den Hauptfiguren eines älteren Films gewidmet: Rosa Roth-Zuckermann (1908-2002) und Mathias Zwilling (1931-99). Beiden war er einst in Czernowitz begegnet, jener Stadt in der Ukraine, die zu Zeiten des österreichisch-ungarischen Imperiums eine pulsierende europäische Metropole war. Hier, so die Legende, habe jeder Bewohner mindestens fünf Sprachen beherrscht; und im größten Kaffeehaus, das den symbolträchtigen Namen „Café Europa“ trug, wurden über 100 Zeitungen aus allen Erdteilen zur Lektüre angeboten. „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“ (fd 33 698), das erste filmische Rendezvous Koepps mit Czernowitz, avancierte vor fünf Jahren zum Welterfolg. Während einiger Aufführungen, etwa in Berlin und Wien, lernte der Regisseur Zuschauer kennen, deren familiäre Wurzeln ebenfalls in der Bukowina liegen. So entstand die Idee, gemeinsam nach Spuren der Vergangenheit zu suchen, mit Menschen an den Ort zu fahren, den sie selbst oft noch nie gesehen hatten, der aber in ihrer Biografie tief verankert ist.

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