TKKG - Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine

Kinderfilm | Deutschland 2005 | 117 Minuten

Regie: Tomy Wigand

Vier jugendliche Spürnasen greifen der Polizei unter die Arme, als es darum geht, das spurlose Verschwinden etlicher Kinder aufzuklären, in das ein genialer Mitschüler verwickelt zu sein scheint. Die zweite Kinoverfilmung der Geschichten der beliebten TKKG-Kinderkrimireihe leidet unter der mitunter allzu altbackenen Inszenierung. Zudem wird das Zielpublikum mit filmgeschichtlichen Anspielungen überfordert und das eigentliche Potenzial der Geschichte nicht ausgeschöpft. - Ab 10.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2005
Regie
Tomy Wigand
Buch
Marco Petry
Kamera
Egon Werdin
Musik
Martin Todsharow
Schnitt
Christian Nauheimer
Darsteller
Jannis Niewöhner (Tim) · Jonathan Dümcke (Karl Vierstein) · Lukas Eichhammer (Willi "Klößchen") · Svea Bein (Gabi Glockner) · Hauke Diekamp (Kevin Sudheim)
Länge
117 Minuten
Kinostart
21.10.2021
Fsk
ab 6; f
Pädagogische Empfehlung
- Ab 10.
Genre
Kinderfilm | Literaturverfilmung

Heimkino

Verleih DVD
Constantin (1:2,35/16:9/Dolby Digital 5.1/dts)
DVD kaufen

Die zweite Kinoverfilmung der beliebten TKKG-Kinderkrimireihe wirkt wenig modern und behandelt Themen, die Kindern eher fern sein dürften.

Diskussion

Originäre Stoff- und Drehbuchentwicklungen für Kinderfilme sind im deutschen Kino derzeit Mangelware. Stattdessen setzt die Branche vornehmlich auf die weniger riskante Adaption altbewährter (Buch-)Klassiker. „TKKG – Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine“ ist eine weitere Produktion nach diesem schlichten Kalkül, wobei die vier Kinder-Detektive nach „Drachenauge“ allerdings schon zum zweiten Mal zu Leinwand-Ehren kommen.

Immerhin dürfen die Geschichten um Tim, Karl, Klößchen und Gaby aus der Feder von Stefan Wolf als veritable Bestseller gelten: 14 Millionen verkaufte Bücher und 30 Millionen Tonträger (Kassetten und CDs), 120 Folgen der Fernsehreihe „TKKG – Club der Detektive“, Computerspiele und Comics sind zugkräftige Argumente für einen neuerlichen Kinoauftritt des unerschrockenen Quartetts.

Krimiplot und Abenteuer-Romantik

Dieses bekommt es mit einer skrupellosen Organisation zu tun, die Kinder und Jugendliche kidnappt und sie für fragwürdige Experimente missbraucht. Irgendwie scheint ihr Mitschüler Kevin in die Machenschaften verwickelt zu sein. Der geniale Eigenbrötler hat eine „Mind-Machine“ zur Steigerung von Hirnleistungen entwickelt und dafür den ersten Preis bei „Jugend forscht“ eingeheimst. Doch in letzter Zeit verhält er sich merkwürdig und meidet den Kontakt zu seinen Mitschülern. Selbst seine Freundin Nadine findet keinen Zugang mehr zu ihm.

Zur selben Zeit versucht Gabys Vater, von Beruf Kommissar, so eifrig wie erfolglos das rätselhafte Verschwinden mehrerer Kinder aufzuklären. Bis auch TKKG in dem Fall ermitteln, vergeht geraume Zeit, denn die Freunde planen ein Wochenende in der freien Natur. Ausritt zu Pferde, Schlafen unter freiem Himmel – und das alles ohne die Segnungen der Zivilisation wie Handys, Gaskocher und Fertignahrung. Dramaturgisch dient der Wochenend-Ausflug dazu, den Plot mit etwas Abenteuer-Romantik anzureichern, vor allem aber der Figurenzeichnung der vier Helden, an der es in den Büchern der Reihe erheblich mangelt.

Statt Neuem gibt es Altbackenes

Trotz aller erkennbaren Mühe: Sonderlich originelle Charakterzüge sind Autor Marco Petry leider nicht eingefallen. Vom smarten Schönling (Tim) über den Intelligenzbolzen (Karl) bis zum unvermeidlichen Dickerchen (Klößchen) meint man das Personal aus Erich KästnersDas fliegende Klassenzimmer“ und unzähligen Pennälerfilmen zu kennen. Auch der patente Pädagoge ist in Gestalt des Biologielehrers Manek mit von der Partie.

Zu dieser relativen Altbackenheit zwischen harmlosen Schülerstreichen und ersten zarten Liebesbanden (Tim und Gaby) mag der wenig plausible Krimi-Plot mit seinen futuristischen Anklängen und der Verschwörungsvision von Schurken im Kampf um die Weltherrschaft gar nicht passen. Außerdem erinnert jene „Mind-Machine“ zwar in ihrer Optik eher an Daniel Düsentriebs Denkerkappe als an Science Fiction, gleichzeitig soll aber ein Bedrohungspotenzial in Sachen Gehirnwäsche vom Kaliber „Uhrwerk Orange“ aufgebaut werden. Davon abgesehen, dass vielen Zuschauern der jungen Zielgruppe dieser Problemkontext eher fremd bleiben dürfte, bringt der Film die Ebenen von behüteter Pubertät und Verbrechen nie stimmig zusammen.

Da richten einige bemühte Action-Einlagen (vermummte Motorradfahrer, die in Slomo aus einem LKW rasen) so wenig aus wie die passabel agierenden Darsteller. Allenfalls die flotten Comic-Sequenzen, in denen unter anderem der Kampf eines Virenschutzprogramms gegen Trojaner visualisiert wird, lassen die Verortung des Films in der Gegenwart erkennen.

Kommentar verfassen

Kommentieren