Hunger (2008)

- | Großbritannien 2008 | 92 Minuten

Regie: Steve McQueen

Alltag und Ausnahmezustand im Maze-Gefängnis nahe Belfast, wo die IRA-Häftlinge dem Bestrafungs- und Einschüchterungsprogramm des Wachpersonals ausgeliefert sind. 1981 treten sie in einen maßgeblich vom Aktivisten Bobby Sands initiierten Hungerstreik. Eindrucksvolles und beklemmendes Spielfilmdebüt des Künstlers Steve McQueen, der die Ereignisse weniger politisch kontextualisiert als vielmehr den Blick auf den geschundenen Körper richtet. Zunächst vom verstörenden Wechsel zwischen extremer Gewalt und großer Ruhe bestimmt, findet später eine Wendung vom Körperlichen zum Sprachlichen statt, bevor der Körper am Ende etwas Sakrales bekommt.

Filmdaten

Originaltitel
HUNGER
Produktionsland
Großbritannien
Produktionsjahr
2008
Regie
Steve McQueen
Buch
Steve McQueen · Enda Walsh
Kamera
Sean Bobbitt
Musik
Leo Abrahams · David Holmes
Schnitt
Joe Walker
Darsteller
Michael Fassbender (Bobby Sands) · Stuart Graham (Ray Lohan) · Liam Cunningham (Pater Moran) · Liam McMahon (Gerry) · Brian Milligan (Davey)
Länge
92 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16

Heimkino

Die Standardausgabe (Leih) hat keine Extras. Die Special Edition (2 DVDs) enthält hingegen Interviews, die teilweise fast schon den Charakter eines Werkstattgesprächs haben. Der Regisseur, zwei Produzenten sowie Hauptdarsteller werden jeweils gut 30 Minuten interviewt und informieren erschöpfend informativ über die Genese und die Produktionsbedingungen des Films. Die Special-Edition ist mit dem Silberling 2009 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Ascot/Elite (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Alltag und Ausnahmezustand sind in „Hunger“ untrennbar miteinander verbunden. Bevor sich Raymond Lohan, Wärter im Maze-Gefängnis in der Nähe von Belfast, an den Frühstückstisch setzt, taucht er seine Hände vorsichtig in ein Waschbecken mit Wasser. Ein zunächst nicht eindeutig lesbares Ritual, dessen Bedeutung sich erst in der Wiederholung enthüllt; denn das Bad verspricht eine kurzzeitige Linderung des pochenden Schmerzes seiner blutigen Knöchel: Körperliche Misshandlungen gehören im Hochsicherheitstrakt für IRA-Häftlinge zum festen Repertoire des Bestrafungs- und Einschüchterungsprogramms durch das Wachpersonal. Der britische Künstler Steve McQueen richtet in seinem eindrucksvollen Spielfilmdebüt den Blick von Beginn an auf den menschlichen Körper: den machtvollen und machtlosen, den gewalttätigen und geschundenen, nicht zuletzt den verwesenden, den verschwindenden Körper. Bevor der Film zum Kern vorstößt – der Hungerstreik der IRA-Gefangenen im Jahr 1981, der maßgeblich von dem Aktivisten Bobby Sands initiiert wurde –, fü

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