Hugo Cabret

Literaturverfilmung | USA 2011 | 126 Minuten

Regie: Martin Scorsese

Der Waisenjunge Hugo Cabret lebt im Paris der 1930er-Jahre allein in einem Bahnhofsgebäude, wo er sich mit der gleichaltrigen Pflegetochter eines grimmigen Ladenbesitzers anfreundet und mit ihr dem Geheimnis des alten Mannes auf die Spur kommt: Der Ladenbesitzer ist der Kinopionier Georges Méliès, der sich aber aus Verbitterung vom Film losgesagt hat. Eine visuell atemberaubende Hommage an die Magie des Kinos, die mittels Setdesign und Kameraarbeit eine ebenso beziehungsreiche wie bezaubernde Bildwelt eröffnet. Aus dem Facettenreichtum und der Materialfülle der Buchvorlage entsteht eine mitunter etwas "gedrängte" Filmdramaturgie, was die pure visuelle Schönheit aber jederzeit ausgleicht. - Sehenswert ab 10.

Filmdaten

Originaltitel
THE INVENTION OF HUGO CABRET
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2011
Regie
Martin Scorsese
Buch
Josh Logan
Kamera
Robert Richardson
Musik
Howard Shore
Schnitt
Thelma Schoonmaker
Darsteller
Asa Butterfield (Hugo Cabret) · Sacha Baron Cohen (Bahnhofsaufseher) · Ben Kingsley (Georges Méliès) · Jude Law (Hugos Vater) · Chloë Moretz (Isabelle)
Länge
126 Minuten
Kinostart
09.02.2012
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 10.
Genre
Literaturverfilmung

Heimkino

Erhältlich als DVD, 2D BD und 2D/3D BD. Die Extras umfassen u.a. das sehr ausführliche "Making of" "Pfad der Vergeltung" (86 Min.).

Verleih DVD
Paramount (16:9, 1.78:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Paramount (16:9, 1.78:1, dts-HDMA7.1 engl., DD5.1 dt.)
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Diskussion
Ausgerechnet ein Frontalangriff aufs Sehorgan wird in „Hugo Cabret“ zur Kino-Ikone: das Bild aus Georges Méliès’ „Le voyage dans la lune“ (1902), in dem dem Mond, dargestellt als grantiges Mondgesicht, eine Rakete ins Auge fliegt. Ein schönes Symbol dafür, wie „eindringlich“ Kinobilder sein können. Zwar springen Zuschauer heute nicht mehr erschreckt auf, wenn ihnen auf der Leinwand ein Zug entgegen braust, wie es angeblich bei der Premiere von „Ankunft eines Zugs im Bahnhof La Ciotat“ geschehen sei soll. Aber das mitunter auch körperlich spürbare Gepackt- und Berührtsein passiert im Kino natürlich auch heute noch. Martin Scorseses 3D-Kinderbuchverfilmung „Hugo Cabret“ zitiert nicht nur die Lumièresche „Kino-Urszene“ mit dem Zug, sondern variiert sie in Form einer spektakulären Actionszene, bei der ein Zug beim Einfahren in den Pariser Bahnhof Montparnasse entgleist, durchs Gebäude schliddert und frontal durch eine Wand aus Stahl und Glas nach draußen auf die Straße donnert – eine Sequenz, bei der man sich unwillkürlich in den Sitz duckt. Darum geht es: um die Wirkmächtigkeit und Magie des Kinos. Womit man wieder bei Méliès’ Rakete im Mondauge wäre: Was zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine komödiantisch-surreale Metapher für die nach den Sternen greifende Technikbegeisterung und den Forscherdrang der Moderne war, verwandelt sich bei Scorsese in ein zeitloses Bild für das Kino als „Traumfabrik“, als magisch

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