Horrorfilm | Italien/USA 2018 | 152 Minuten

Regie: Luca Guadagnino

Eine ehrgeizige US-Amerikanerin kommt 1977 nach West-Berlin, wo sie einen Platz in einem legendären Tanzensemble ergattert hat. Doch innerhalb der Kompagnie rumort es, hysterische Gerüchte machen die Runde, und bald wird die verschworene Gemeinschaft auch von einem grausamen Todesfall erschüttert. Die Neuverfilmung des Horrorfilms „Suspiria“ (1976) meidet die psychedelische Expressivität des Originals und setzt auf gedeckte Farbe und ein verhaltenes Tempo, obwohl es gleichwohl um die Geschichte der Verführung durch dunkle Mächte geht. Der Tanz wird dabei zum magischen Moment der Besessenheit, während die dämonische Unheimlichkeit des Hexen-Horrors zugunsten eines politisch ambitionierteren Kinos zwischen Opferrolle, Ohnmacht und feministischer Selbstermächtigung in den Hintergrund rückt.

Filmdaten

Originaltitel
SUSPIRIA
Produktionsland
Italien/USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Luca Guadagnino
Buch
David Kajganich
Kamera
Sayombhu Mukdeeprom
Musik
Thom Yorke
Schnitt
Walter Fasano
Darsteller
Dakota Johnson (Susie Bannion) · Tilda Swinton (Madame Blanc/Dr. Josef Klemperer/Helena Markos) · Mia Goth (Sara) · Angela Winkler (Miss Tanner) · Ingrid Caven (Miss Vendegast)
Länge
152 Minuten
Kinostart
15.11.2018
Fsk
ab 16; f
Genre
Horrorfilm
Diskussion

Neuverfilmung von Dario Argentos Horrorfilm „Suspiria“ (1976) durch Luca Guadagnino ohne die psychedelische Expressivität des Originals und einer politisch-gesellschaftlichen Bedeutungsebene, hinter der die dämonische Unheimlichkeit des Hexen-Horrors zurückgedrängt wird.

München, 1977. Über dem nächtlichen Flughafen tobt ein fürchterlicher Gewittersturm, als die New Yorkerin Suzy Bannion landet. Völlig durchnässt sitzt die angehende Tänzerin anschließend im Taxi und erlebt, wie der Regen zu wahren Sturzbächen anschwillt, die alles Leben in den Abgrund zu reißen drohen. Während die Musik aus dem Off mit Glockenspiel und wahnsinnig-wirrem Sprechgesang der Bedrohung der Natur etwas Übernatürliches verleiht, sieht Bannion eine vermeintliche Kollegin durch den von Blitzen erleuchteten Wald irren. Es ist jene Tänzerin, die später in der grotesk in grellbuntem Jugendstil und Escher-Ornamentik errichteten Herberge der Tanzkompagnie auf grausame Weise aufgespießt und mit einem Strick um den Hals im Vestibül des Anwesens hängt. Ermordet von etwas, das, angestachelt durch die ekstatische Musik, direkt aus der Hölle gekommen ist.

Der Prolog von Dario Argentos „Suspiria“ aus dem Jahr 1976 verströmt noch immer etwas zutiefst Paranoides und Atemloses. Er zeigt parallel zu Bannions Ankunft ein imaginäres, grellbuntes Hexengericht über eine

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