Too Old to Die Young

Rache-Drama | USA 2019 | 89/93/73/ (zehn Folgen) Minuten

Regie: Nicolas Winding Refn

Ein Polizist aus Los Angeles arbeitet insgeheim als Auftragskiller, wobei er nur solche Menschen tötet, die es in seinen Augen auch verdient haben. In jeder der zehn rund ein- bis anderthalbstündigen Folgen wird ein Auftragsmord und die mit ihm verbundenen Motive ausgebreitet. Die von apokalyptischen Monologen orchestrierte Rache-Serie im Gewand eines Polizeithrillers nutzt die von Regisseur Nicolas Winding Refn entwickelten Stilmittel des Neo-Noir mit Unschärfen, verschobenen Kadragen, nächtlichen Lichtern und einem stark gedrosselten Tempo und verbindet sie mit US-amerikanischen Mythen und ausgesuchten filmischen (B-Movie-)Referenzen.

Filmdaten

Originaltitel
TOO OLD TO DIE YOUNG
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Nicolas Winding Refn
Buch
Nicolas Winding Refn · Ed Brubaker · Halley Wegryn Gross
Kamera
Darius Khondji · Diego García
Musik
Cliff Martinez
Schnitt
Annie Guidice · Matthew Newman
Darsteller
Miles Teller (Martin Jones) · William Baldwin (Theo) · Nell Tiger Free (Janey) · Celestino Cornielle (Celestino) · John Hawkes (Viggo)
Länge
89
93
73
(zehn Folgen) Minuten
Kinostart
-
Genre
Rache-Drama | Serie | Thriller

Eine von apokalyptischen Motiven durchzogene Neo-Noir-Serie von Nicolas Winding Refn um einen L.A.-Polizisten, der als Auftragskiller nur Menschen töten will, die es in seinen Augen auch verdient haben.

Diskussion

Gewalt ist der Fetisch von Nicolas Winding Refn. Das kann man schon in seinem ersten Film Pusher (1996) sehen, das zieht sich durch alle seine Filme. Mal flackert sie punktuell auf wie in Drive“, mal ist sie fast Dauerzustand wie in Only God Forgives. Gewalt allein ist im Kino allerdings nicht sonderlich aufsehenerregend. Gewalt kann jeder, der seinen Protagonisten eine Waffe in die Hand gibt; da bleibt viel Raum zwischen Sam Peckinpah und allen Fantasy-Filmfestivals. Was Nicolas Winding Refn auf diesem Feld kennzeichnet, ist die Form: wie lyrisch, detailverliebt und mit welcher Lust am Irrsinn er die Gewalt in seinen Filmen ausbreitet. Die Einschätzung, ob man seine Filme als cineastisches Wagnis goutiert oder an der Grenze des Erträglichen angesiedelt sieht, hängt mehr an diesem Stilwillen als an der Gewalt selbst.

Dementsprechend hält sich Winding Refns neue Serie „Too Old to Die Young“ an altbekannte Muster. Es gibt in Blut getauchte Tatorte und hindrapierte Leichen; nur die Action selbst ist hier erstaunlich kurz: Handfeuerwaffen, Messer, ein Golfschläger. Ungewöhnlich ist zudem, dass Winding Refn diesmal versucht, für die Gewalt eine Rechtfertigung einzubauen, zumindest soweit sich das nach den ersten Folgen beurteilen lässt. Klar ist, dass es sich bei der Serie um einen Rachefilm, verkleidet als Polizeithriller, handelt.

Nur die Bösen sollen sterben

Martin Jones arbeitet beim Los Angeles County Sheriff Department. Neben seinem Job als Cop nimmt er allerdings auch Aufträge als Kille

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