Bernadette (2019)

Drama | USA 2019 | 111 Minuten

Regie: Richard Linklater

Eine erfolgreiche Architektin zieht sich nach einem Schock aus ihrer Arbeit und professionellen Umgebung in die Isolation eines alten, ständig zu renovierenden Anwesens zurück und verwandelt sich zunehmend in eine nicht nur für die Nachbarschaft, sondern auch für ihre Familie unerträgliche Persönlichkeit. Erst eine von ihrer Tochter gewünschte Reise in die Abgeschiedenheit der Antarktis ist in der Lage, den Bann zu brechen. Die Adaption eines Romans von Maria Semple bemüht sich durch einen oft irritierenden Stil, der unkonventionell strukturierten Vorlage gerecht zu werden. Schwächen in der filmischen Konstruktion werden dabei weitgehend durch die bemerkenswerte Einfühlsamkeit ausgeglichen, mit der die Hauptdarstellerin die Handlung zur Darstellung menschlicher Vereinsamung verdichtet. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
WHERE'D YOU GO, BERNADETTE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Richard Linklater
Buch
Richard Linklater · Holly Gent · Vince Palmo
Kamera
Shane F. Kelly
Musik
Graham Reynolds
Schnitt
Sandra Adair
Darsteller
Cate Blanchett (Bernadette Fox) · Billy Crudup (Elgin Branch) · Kristen Wiig (Audrey Griffin) · Emma Nelson (Bee Branch) · James Urbaniak (Marcus Strang)
Länge
111 Minuten
Kinostart
21.11.2019
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Unkonventionelle Romanverfilmung um eine verbitterte Architektin, die sich seit Jahren in ein monströses altes Anwesen zurückgezogen, erlebt eine innere Wandlung, als sie ihre Tochter auf eine Reise in die Antarktis begleitet.

Diskussion

Bernadette, einst eine wegweisende Architektin, lebt in einem riesigen, verwahrlosten Haus in Seattle. Sie hat einen gut aussehenden Mann, eine liebenswerte Tochter, die kurz vor dem Schulabschluss steht, und eben dieses Haus, das von Anfang an mehr ist als ein Heim oder eine Wohnstätte. Niemand außer Bernadette würde es fertigbringen, 20 Jahre lang in so einem Haus zu wohnen, einer ehemaligen Schule mit übergroßen Räumen, einer Fassade und einem Treppenhaus, die geradewegs aus Hitchcocks „Psycho“ entliehen sein könnten.

Das Haus passt zu Bernadette wie ein Handschuh zu einer Hand. Sein vollgerümpelter Zustand, seine vielfach übermalten Tapeten, seine drohende Abwehrhaltung gegenüber jedem Besucher und nicht zuletzt das von wilden Brombeerbüschen überwucherte Grundstück beschreiben seine Bewohnerin und deren Seelenzustand, noch ehe man etwas von ihrer Vergangenheit erfahren hat.

Zwischen Komödie

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