Verbotener Filmemacher: Jafar Panahi

Mittwoch, 02.01.2019

Zum Kinostart von „Drei Gesichter“: Ein Interview mit Solmaz Panahi, der 29-jährigen Tochter des iranischen Regisseurs Jafar Panahi

Diskussion

Seit 2010 ist über den iranischen Filmemacher Jafar Panahi ein Berufsverbot verhängt, trotzdem inszeniert er unermüdlich gegen diese Einschränkung an. Nach "Taxi Teheran ist seit Ende Dezember sein jüngster Film „Drei Gesichter“ in den Kinos zu sehen. Im Rahmen des Filmfests Hamburg 2018, bei dem Jafar Panahi mit dem Douglas-Sirk-Preis geehrt wurde, sprach Michael Ranze mit Solmaz Panahi, der 29-jährigen Tochter des Regisseurs, die die Auszeichnung stellvertretend entgegen nahm. Sie erläutert, wie Panahi an den staatlichen Repressionen vorbei seiner Arbeit nachgeht und vom Leben im Iran und speziell von den Problemen iranischer Frauen erzählt.


Wie geht es Ihrem Vater?

Panahi: Dem geht es gut, solange er arbeiten kann. Im Moment kann er nicht so arbeiten, wie er sich das vorstellt. Aber sobald er einen Film vorbereitet, ist er glücklich.

Leben Sie noch im Iran?

Panahi: Nein, ich lebe seit dem Jahr 2010 in Frankreich. Das bedeutet leider auch, dass ich meinen Vater acht Jahre lang nicht gesehen habe. Im Juli dieses Jahres aber habe ich ihm endlich leibhaftig zu seinem Geburtstag gratulieren können. Das war mein erster Besuch seit Ewigkeiten im Iran.

Schildern Sie doch bitte aus Ihrer Sicht, was im Jahr 2010 genau passiert ist.

Panahi: Als erstes beschlagnahmten die Behörden den Reisepass meines Vaters. Als er nach Paris fliegen wollte, um einen Vertrag über ein Filmprojekt zu unterschreiben und den Film auch zu inszenieren, ging das nicht mehr. Mein Vater hat immer Filme über Iraner gemacht und die Probleme, die sie im Alltag haben.Bei den umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 unterstützte er die Oppositionsbewegung „Grüne Bewegung“von Mir Hossein Mussawi gegen den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.Aber die Behörden waren schon nach seinem ersten Film „XX“ (1995) auf ihn aufmerksam geworden. Im Jahr 2010 erhöhte sich der Druck. Mein Vater hatte gerade einen neuen Film zu knapp einem Drittel abgedreht, als Polizisten am 1. März u

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