Der düstere Film beginnt mit einem Bibelzitat. Als bei Lukas der auferstandene Jesus seinen Jüngern erscheint, „erschraken sie und fürchteten sich sehr. Sie dachten, ein Geist stünde vor ihnen.“ Um ihre Angst zu besänftigten, zeigt Jesus ihnen die Wunden an seinen Händen und Füßen: „Hier, fasst mich an und überzeugt euch, dass ich kein Geist bin. Geister sind doch nicht aus Fleisch und Blut wie ich!“ Doch genau das ist die Frage in „The Wailing“. Wer kann schon so genau sagen, was stimmt und was nicht, wer gut ist und wer Böses im Sinne führt? Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film. Es geht dabei immer wieder um Aspekte des Glaubens, wobei auch der koreanische Schamanismus, in dem Geister durchaus menschliche Gestalt annehmen können, eine Rolle spielt. Visuell ist das Eingangszitat ins ebenfalls biblische Sinnbild eines Menschenfängers eingefügt: Ein Fischer steht am Fluss und steckt einen Köder an die Angel, um sie dann auszuwerfen.
Ein harter Schnitt lenkt den Blick auf eine regnerisch-düstere Szenerie. Mysteriöse Mordfälle treiben die Polizei in dem südkoreanischen Bezirk Gokseong um. Dorfbewohner, die scheinbar von einer seltsamen