Ein Mann seines Wortes

Mittwoch, 14.03.2018

Wim Wenders über seine Begegnungen mit Papst Franziskus und die Dreharbeiten im Vatikan

Diskussion

Mehrere Jahren lang hat Wim Wenders an einem Dokumentarfilm über Papst Franziskus gearbeitet, der am 14. Juni in die deutschen Kinos kommt. Der Titel ist Programm: „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“. Im Mittelpunkt stehen vier lange Interviews, die Wenders über zwei Jahre verteilt mit Jorge Mario Bergolio geführt hat. In Wenders Augen soll der Film kein Porträt, sondern eine Art „Biografie der Ideen“ des Papstes sein.


Päpste sind medial unverwechselbare Gestalten. Immer in weißer Soutane, immer in derselben Rolle, egal welcher Papst darin steckt. Ein Papst ist ein Papst, und auf ihn sind enorm viele Blicke gerichtet. Was interessiert Sie als erfahrener Filmemacher an Franziskus?

Wim Wenders: An Papst Franziskus hat mich gleich in der ersten Sekunde, als er vorgestellt wurde, sein Name interessiert. Dass er diesen Namen des Heiligen Franz von Assisi ausgewählt hat, war ein großes Zeichen. Damit hatte kaum jemand gerechnet. Aber dieser Name war auch ein Versprechen. Deshalb habe ich mich von Anfang an enorm dafür interessiert, was er alles getan, gesagt und geschrieben hat. Ich war begeistert von seiner Ansprache, seiner unprätentiösen, einfachen und doch völlig neuen Ansprache.


Was davon haben Sie in Franziskus, dem Menschen, wiedergefunden?

Wenders: Ich habe in jedem der vier langen Gespräche wiedergefunden, dass er an allen Menschen interessiert und der Meinung ist, dass Gott alle Menschen gleich liebt, egal welcher Konfession oder sogar welcher Religion. Diese Haltung, dass Gott alle liebt, ist doch recht neu, finde ich. Das hat mich ziemlich bewegt, weil man, je mehr man ihn kennenlernt, gemerkt hat: Er meint das. Er meint alles, was er sagt, und er lebt das auch, was er sagt. Das ist in unserer heutigen Welt etwas Ungewöhnliches. Eigentlich erwartet man da

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