Papier-Brigade. Die Shoah und die Bücher von Vilnius

Freitag, 22.11.2019

Doku über Menschen, die während der NS-Zeit verbotene Bücher retteten

Diskussion

Der Film von Diane Perelsztejn erzählt die Geschichte der „Papier-Brigade“, einer Gruppe von 40 Dichtern, Schriftstellern und Gelehrten, die während der NS-Besatzung der litauischen Hauptstadt Wilna (Vilnius) ihr Leben aufs Spiel setzten, um die jüdischen und nicht-jüdischen Bibliotheken der Stadt vor der Zerstörung zu bewahren.

Wegen seiner wertvollen Sammlungen, die über 800 Jahre jüdischer Geschichte und jüdischen Lebens auf einzigartige Weise dokumentierten, galt Vilnius als das „Jerusalem des Nordens“.

Der Film beleuchtet überdies, wie die Überlebenden der „Papier-Brigade“ auch in der Nachkriegszeit und während des Kalten Krieges nicht aufhörten, weiter Bücher retten. Angesichts des erneuten Antisemitismus, diesmal insbesondere durch Stalin, gingen sie weiter das Risiko ein und schleusten gefährdete Schriften heimlich ins Ausland.

Eine aufregende Rettungsaktion mit vielen Wendungen, die sich bis in die heutige Zeit fortsetzt und von Vilnius nach Paris, New York und Jerusalem führt. Der Film ist ein Zeugnis der aufopfernden Bemühungen der „Papier-Brigade“ und ihres Traums, die jüdische Kultur vor dem Untergang zu bewahren. Gleichzeitig unterstreicht der Film die Bedeutung des kulturellen Widerstands während des Holocaust und in der Nachkriegszeit. – Ab 14.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek



Foto: Polschiche Films/Philippe Vandendriessche

Filmdetails
Kommentar verfassen

Kommentieren