© NDR/Zeitsprung Pictures/Michael Ihle

Die Liebe des Hans Albers

Donnerstag, 23.06.2022

Doku-Drama über den Schauspieler Hans Albers und seine jüdische Ehefrau - bis 20.9. in der ARD-Mediathek

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Der Schauspieler und Sänger Hans Albers war in der Zeit der Weimarer Republik einer der großen Stars auf deutschen Kinoleinwänden und deutschen Bühnen - und setzte seine Karriere in der Zeit des NS-Regimes nahtlos fort; sein wohl bekanntester Klassiker, "Große Freiheit Nr. 7", entstand 1943/44. Dabei war Albers' große Liebe eine Jüdin. Die Schauspielerin Hansi Burg, der Tochter seines jüdischen Mentors Eugen Burg, war der NSDAP als Lebenspartnerin für den blonden Vorzeige-Mimen ein Dorn im Auge; man drängte ihn zur Trennung.

Ein Druck, dem Albers schließlich nachgab, wenn auch nur offiziell. De facto lebte er weiter mit Burg zusammen, bis die Situation in Deutschland 1938 zu gefährlich wurde;  Burg emigrierte nach London. Nach dem Krieg fand das Paar dann wieder zusammen; Burg kehrte 1946 nach Deutschland zurück und blieb bis zu Albers’ Tod 1960 an dessen Seite.

Das durch seine Perspektivwechsel überzeugend komplexe Doku-Drama von Carsten Gutschmidt erzählt von dieser durch die Zeitumstände bedrängten Liebe und würdigt Hansi Burgs Anteil am Aufstieg von Hans Albers. Zugleich hinterfragt der Film die Beziehung wie auch den Idol-Status von Hans Albers, wobei er insbesondere dessen mangelnde Abgrenzung zum Nationalsozialismus kritisch zeichnet. - Ab 14.

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